You design – we change

Unsere Kalendergeschichte wird fortgesetzt. Ich hatte das Design
auf PowerPoint gemacht mit Simon damit wir später beide daran arbeiten können
(er kennt Canva gar nicht). Ich hatte den Kalender als Bild exportiert und wir
haben durch Connections einen Printer gefunden in Mombasa, der uns das Ganze
innerhalb von 24 Stunden druckt. 1 Kalender (auf kartonartigem Papier) für 80
Rappen – nicht gerade billig aber wir wollen unbedingt den Schulleitern, die am
Mittwoch kommen je ein Exemplar als Give-Away schenken. Diese Kalender sind
hier mega beliebt. Ich hatte sie schon für Peter während seiner MP Zeiten
gedruckt und sie gingen weg wie warme Weggli. wir bestellen also 50 Stück und
er ist bereit, das sofort zu machen und sie dann liefern zu lassen. Wir müssen „nur“
bis nach Mavueni (das ist am Ende der Teerstrasse) und dort das Matatu
(Minibus) abwarten und die Lieferung entgegennehmen. Bis am Montag Abend wird
es bereit sein.

Ich bin zutiefst beeindruckt über die Schnelligkeit und die
Professionalität – aber zu früh gefreut…

Ich weiss nicht genau, welche Datei Peter geschickt hat  -ich glaube es war ein PNG vom Kalender –
aber es war alles korrekt drauf – ich hatte nur einige Mühe mit PowerPoint, das
immer einen Rand macht beim Ausdruck (zusätzlich zum Rand, der vom Drucker
gegeben ist) aber ich habe jetzt alle Tricks im Internet ausprobiert und bin
mit dem Resultat ganz zufrieden. Wir kommen so gut an den Rand wie möglich…

Peter telefoniert dann noch ein paar Mal mit dem Printer hin
und her wegen der Übergabe. An diesem Montag will Fondo mit einem DJ an den
Markt in der Nähe um Werbung fürs College zu machen. Den DJ braucht es um laute
Musik zu spielen damit die Leute kommen und auch noch um anzupreisen, dass da
etwas Interessantes abläuft. Blöderweise funktioniert das neue Mikrofon mit dem
Sender nicht mit dem Lautsprecher. Wir probieren alles aus aber es klappt
einfach nicht – irgendwie sind die beiden Sachen nicht kompatibel… Ich nerve
mich natürlich weil sie das nicht schon am Vortrag ausprobiert haben aber das
nützt jetzt auch nichts. Lösungen sind gefragt aber auf die Einfachste kommen
wir erst am Schluss. Peter’s Traum war ja – als er noch in der Schweiz war –
dass er so ein Megafon kaufen könnte. Ich finde das Ding ja absolut schrecklich
und es kam an Weihnachten bereits zum Einsatz bei der Tanzgruppe – aber für
diesen Zwecke sehe ich jetzt auch, dass es nützlich sein könnte. Die Anlage mit
den Kabeln und dem DJ geht schon mal vor. Fondo wird in einer zweiten Runde
abgeholt. Wir brauchen noch Geld kommt jetzt die scheue Anfrage. Ksh 1000 (CHF
10) kriegt der DJ – ich verhandle jetzt nicht mehr darüber, dass der halbe Tag
schon vorbei ist. etwa Ksh 300 muss man fürs Elektrisch auf dem Markt bezahlen
(fast wie in der Schweiz…) und Fondo findet, dass er auch noch Mittagessen
muss. Ich diskutiere nicht- bin schon etwas ausgelaugt – und gebe Ksh 1500 für
den Tag. Als dann aber Fondo zu Peter geht und um einen Zmorge bettelt da haut
es auch Peter den Nuggi raus: er sei nicht seine Frau – die hätte dafür sorgen
können, dass er etwas zum Frühstück habe bevor er hierher kommt – zumal sei es
jetzt schon Mittag und er solle jetzt endlich auf den Markt! Als er dann noch
hört, dass ich ihm Geld fürs Mittagessen gegeben habe wird auch er wütend. Auch
telefonieren kann man mit Fondo nicht, da er nie Geld auf dem Telefon hat (Prepaid…)
und er kann nur telefonieren, wenn er das Schultelefon nehmen kann, auf das ich
ein bisschen Geld geladen habe.

Irgendwann kommt dann die Meldung er brauche noch mehr
Prospekte, es laufe so gut und so kombinieren wir gleich: Aufladen der Anlage,
Abholen von Fondo und auf die Kalender warten in Mavueni. Die treffen dann
endlich ein nachdem wir gefühlt 100 Cashew-Nuss-Verkäufer abgewehrt haben, die
ihren Standort an dieser Kreuzung haben.

In der Zwischenzeit wissen wir aber auch, dass es gar nicht
so eilig ist, denn die Kalender brauchen wir nicht mehr so dringend – das Meeting
mit den Schulleitern müssen wir vertagen, denn alle haben genau an diesem Tag
ein anderes Meeting. Ob das Absicht des Directors of Education war (er ist von
einem anderen Stamm und sabotiert eher als dass er kooperiert) oder aber ein
dummer Zufall, den er uns vergessen hatte zu sagen – wir wissen es nicht…

Das Paket kommt an und ich freue mich schon extrem aufs Aufmachen.
Aber ich warte doch noch, bis wir zuhause sind. Ich öffne das Paket und wundere
mich, weshalb sie das Wort „Vocational Training“ in Vocation Training
abgeändert haben, zumal es ja Teil unseres Logos war… Dann fällt mir auch noch
auf, dass überall bei den Daten die Monate in Rot geschrieben wurden. Na ja,
auch nicht so schlimm – wahrscheinlich einfach Kenya-Layout. Aber warum sie
auch noch das Wort E-Mail hingeschrieben haben und dann auch noch Call
grossgeschrieben haben – das macht mich jetzt doch ein bisschen stutzig aber na
ja, auch damit kann ich noch leben.

Ich will mir grad einen feinen Kaffee gönnen und dann sehe
ich es: Anstatt Tailoring steht

  • TAILORIFNG

So viel Aufwand – finanziell und zeitlich und dann sowas!
Ich renne zu Peter und erkläre ihm, was die gemacht haben. Ehrlich: warum ändert
ein Printer ein PDF oder PNG aus freien Stücken ab und schickt dann nicht
einmal ein Gut zum Druck??? F….!!!

Da es unser erster Auftrag mit diesem Printer ist und wir ihn
empfohlen gekriegt haben ruft Peter sofort an und liest ihm die Leviten. Er
krümmt und entschuldigt sich auf alle Seiten gibt aber zu seiner Verteidung
vor, dass er es im Internet so gelesen habe. Warum geht der ins Internet auf
unsere Webseite, wenn er einfach etwas drucken muss? Hilfe! Ich höre ihn lachen
und er sagt, dass er mit mir sprechen möchte. Ich sage aber ganz laut – ich wolle
nicht mit ihm sprechen dafür sei ich zu hässig, er soll es einfach in Ordnung
bringen.

Er verspricht also, dass er es nochmal machen werde. In der
Zwischenzeit schaue ich im Internet nach, ob wir irgendwo einen Tippfehler drin
haben – ich sehe nichts. Er soll gefälligst den Screenshot schicken, wo er das
gesehen habe. Aber darauf kommt dann „oh sorry, jetzt kann ich es leider auch
nicht finden“. Durchatmen Barbara, durchatmen – es eilt ja jetzt nicht mehr so.

Ich versuche also nochmals das PPT in PDF zu drucken und da
gibt es einfach so blöde blaue Striche und bevor ich jetzt noch lange
ausprobiere mache ich das ganze Dokument nochmals neu in Canva. Dabei
korrigiere ich auch das Wort „Saloon“, das eigentlich Salon heissen sollte.
Aber das habe ich erst in einer Diskussion in den letzten Tagen mitgekriegt.
Sie nennen es zwar Saloon aber sie schreiben doch „Salon“ und ich erkläre Simon
noch den Unterschied zwischen einer Bar in einem Western und einem Ort, an dem
man sich verschönern lassen kann. Oh, ich könnte jetzt auch eine schöne Pedikür
und Manikür und Kopfmassage brauchen. Den Kopf habe ich dem Printer aber
gewaschen, denn die richtige Version trifft schon am nächsten Tag ein – ohne eine
klitzekleine Veränderung. Also: geht doch!!!

P.S. Falls du jetzt noch einen Fehler siehst: bitte behalte ihn für dich – danke!!!

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