Ungerechtigkeiten, die Gehör finden müssen

Es gibt wieder einmal ein ernstes aber auch ganz wichtiges
Thema zu erläutern. Ich wusste nicht, dass daraus auch eine Liebeserklärung an
meinen Mann wird aber liest selber weiter. Euer Feedback via PN, FB, WhatsApp,
Mail etc. ist sehr sehr willkommen.

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Ich habe bereits von der Ausbeutung durch chinesische und
andere Firmen berichtet, die in Ganze verschiedene Mineralien aus dem Boden extrahieren.
Letztes Jahr hat Peter dafür eine CBO (Community Based Organization) gegründet,
die dazu dienen soll der Bevölkerung ihre Rechte zu geben, die ihnen zustehen.
Die Lastwagen, die nämlich bei den Wiege-Stationen durchfahren müssen Gelder
abgeben. Dafür, dass sie die Mineralien holen und auch dafür, dass sie durch
das Befahren der schlechten Strassen diese noch schlechter machen. Das sind
riesengrosse Beiträge von denen wir hier sprechen, denn sie fahren ja fast rund
um die Uhr durch die Welt. In Lamu (im Norden) wird ein riesengrosser Hafen
gebaut und dafür wird auch Kies, Sand etc. hingeschifft. In Kilifi sieht man
die riesigen Kiesschiffe, die das Materal anschaffen.

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Der „Mining Act in Kenya“ besagt, dass 10% von diesen Kosten
für die Bevölkerung eingesetzt werden müssen, damit die Leute, die weniger
privilegiert sind dieses Geld einsetzen können für verschiedene Dinge, wie
Strassenbau aber auch für die Befähigung der Bevölkerung z.B. das Auszahlen von
Geldern an junge Menschen für die Schulbildung, für den Wiederaufbau der
Löcher, die durch den Abbau entstanden sind, für das Wiederbepflanzen des
Gebietes usw.

Die Kauma CBO hat in einem Jahr immerhin schon über 2000
Mitglieder zusammengebracht. Diese kommen vereinzelt bei uns im Marere
Community Center vorbei aber die meisten werden vor Ort rekrutiert, d.h. die
beiden Field Officer fahren täglich mit einem Piki-Piki (Töff) in die
hintersten Winkel von Jaribuni (Kauma) machen Fotos für die Identitätskarte und
kassieren die erste Gebühr ein (CHF 2 für die Identitätskarte und CHF 1 für den
ersten Monat). Die weiteren Gebühren werden dann über M-PESA (kenianisches
TWINT) einbezahlt oder auch nicht – dann muss man wieder anrufen, sie mahnen
und dran bleiben. Insgesamt ist es ein Riesenaufwand für nicht allzu viel Geld
aber immerhin: es beschäftigt einige Menschen und wenn die ersten dann sehen, dass
wirklich etwas läuft, dann werden auch noch mehr einsteigen. Als erstes gehen
sie jetzt schon mal gegen das County Government vor, denn dieses hat bisher das
ganze Geld eingesackt und keinen einzigen Shilling an die Bevölkerung
weggegeben.

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Ich habe letztes Jahr ja ein paar Mal mitgeholfen beim
Aufbau dieses CBO (ich habe berichtet, als ich diverse Jöblis zu machen hatte)
aber ehrlich gesagt wusste ich bisher gar nicht, wofür das Kauma CBO wirklich
steht. Nachdem ich für Peter die „Constitution“ abtippen „musste“ wurde mir
klar: ich muss das Projekt noch mehr unterstützen: Ich habe also angeboten,
eine Website zu erstellen – weil mir das fürs Marere College Spass gemacht. Und
je mehr ich gelesen und beschrieben habe umso mehr muss ich sagen: wow – mein Peter
hat zwar seit 2017 keinen Job mehr und macht unsere finanzielle Situation
deshalb manchmal recht „challenging“ wie es auf Neudeutsch heisst aber er hat
einen Drive, der seinesgleichen sucht. Er berät Menschen, er hat für alle ein
offenes Ohr (und Telefon), er wird nicht müde rund um die Uhr Tipps zu geben,
von seiner Erfahrung weiter zu geben etc. Jetzt gerade sagt er den Boda-Boda
Ridern (Taxitöfflibuebe), dass sie sich organisieren müssen um an
Regierungsgelder zu kommen. Das Problem in Kauma ist halt, dass es nur ganz
wenige Leute gibt, die eine gute Bildung haben. Und wenn sie sie haben, dann
kommen sie nicht nach Kauma zurück… Eigentlich sind das ja alles Aufgaben der
Regierung, aber die sahnt lieber selber ab, als dass sie positiv eingreifen
würde… Also zwischendurch wieder einmal ein Hoch auf Peter und seine Energie
und seinen unermüdlichen Einsatz für das Gute in Jaribuni (Kauma).

Wenn ihr euch für dieses Thema interessiert und noch viel
besser, wenn ihr wisst, wo dafür Gelder locker gemacht werden könnten irgendwo
auf der Welt: lasst es mich wissen und ich formuliere die Anträge. Schaut auf
der Website nach – es hat unter Press Statements auch ein paar Videos, die euch
die wahre Tragödie von dieser Ausbeutung vor Augen führen.

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www.kaumacbo.com

Was mich auch noch interessiert: ist diese Website
verständlich für jemanden, der noch nie etwas über diese Bodenausbeutung gehört
hat und was der Zweck des Kauma CBOs ist? Das war mein Ziel: mit der Website
auch Aussenstehenden zu zeigen, worum es geht und weshalb man unterstützen
muss. Danke jetzt schon für alle Rückmeldungen!

Kauma CBO –
transforming Lives for Kauma Community!

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