Ich behalte meine Noise Cancelling Kopfhörer gleich auf…

Ihr ahnt es bestimmt schon: ich habe wieder die halbe Nacht nicht geschlafen und mit umpacken, neu packen, Koffer zuknien, last Minute Dinge erledigen  etc. verbracht. Ich werde es auch nach 28 Jahren Tourismus nie schaffen, frühzeitig alles gepackt zu haben und dann ganz entspannt zu Bett zu gehen und sagen wir 8 Stunden zu schlafen!!!

Am Abend zuvor hat meine Freundin Karin Ettlinger mit dem BPW noch einen Anlass im Treichli in Rorschacherberg gemacht. Da ich das Restaurant schon lange mal kennenlernen wollte, ich sie gerne singen höre und wusste, dass ich mit anderen guten Freunden am Tisch sitzen würde habe ich zugesagt. Natürlich im Wissen, dass es wohl noch stressig würde so kurz vor der Abreise. Das wurde es vor allem auch, weil ich an dem Tag noch zur Ärztin für meinen Check-up musste (alles gute Nachrichten) und für ein Referentinnen-Netzwerk noch ein Video drehen musste in St. Gallen und natürlich auch noch auf dem Lindenplatz zum letzten Mal für das Adventsfenster auftauchen wollte.

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Seit dem Vortag suchte ich zuhause meine Brille und fand sie einfach nicht. Plötzlich kam mir der Gedanke, dass ich sie wohl auf dem Lindenplatz verloren hatte, als ich mit dem Schmied ein Tänzchen machte… Alle versprachen mir, danach zu suchen weil sie noch nicht aufgetaucht war. Ich schaute mir aber nochmals die Bilder vom Vorabend an und beim Tanzen hatte ich sie noch auf dem Kopf und es gab sogar noch eine Foto „danach“ und da war sie auch noch auf meinem Kopf. Sie muss also auf dem Nachhauseweg verloren gegangen sein. Könnte echt sein, denn es regnete, ich musste die Maske ausziehen, die Mütze anziehen etc. etc. Gut möglich, dass sie runtergerutscht war. Ziemlich abenteuerlich musste ich also rauf ins Treichli bei dickem Nebel und ohne Brille… leicht fahrlässig aber ich hatte ja keine Wahl… Als ich nach dem Fest nachhause kam habe ich das ganze Haus durchkämmt und keine Ahnung, wie die auf den Boden und fast unter den Printer kam aber ich machte ein Stossgebet zum Himmel als ich sie fand… Ich hatte ja erst vor kurzem neue Gläser einsetzen lassen.

Ich habe es dann tatsächlich hingekriegt, dass ich um ganz genau 09.30 bereits war – als mein Freund und heute Taxichauffeur an der Türe klingelte. Ich musste mich ja sowieso für einen Zusatzkoffer für CHF 184.— entscheiden – anders wäre es nicht gegangen, denn mein Mann hat noch Kaffeebohnen und allerlei Kleinigkeiten „bestellt“ und das Moskitonetz, das mir eine Freundin geschenkt hatte (danke Silvia), musste unbedingt auch noch mit, wie auch die T-Shirts, die eine Freundin mir ins Fit&Funky gebracht hat.

Mit den Flügen war es ja so eine Sache, nachdem mir erst KLM und danach Ethiopian Airlines die Flüge ersatzlos gestrichen hatten wurde ich bei Eurowings über Frankfurt fündig. Am Flughafen Zürich konnte ich es nicht fassen: die Schlange zum Einchecken war so lange wie früher an den extremsten Ferienwochenenden. Auch wenn man einen Boardingpass hatte und auch wenn man die Gepäcketiketten schon zuhause ausgedruckt hatte musste man durchs „Viehgatter“ und sehr sehr lange anstehen. Ich war zum Glück sehr früh am Flughafen und konnte ganz relaxed anstehen. Einige Leute wurden gebeten, für diesen und jenen Flug die Hand zu heben, damit sie nach vorne geschleust werden konnten. Und war ich froh, auch noch die Noise Cancelling Kopfhörer eingepackt zu haben. Bellende Hunde und schreiende Kinder gab es noch und nöcher…

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Ich hatte ein supercooles T-Shirt gefunden für die Reise „Christmas Loading“ stand drauf und ein sehr quirliger Airline Angestellter fragte mich, was denn wohl „loading“ würde… kein Kommentar von meiner Seite aber ein gemeinsames Riesengelächter!

Mein Check-in lief blitzschnell ab – ich hatte ja wirklich auch jedes Dokument dabei – vom PCR Test über die Impfung bis zum Visum für Kenia und den QR Code für Kenia wie auch alle Dokumente, die ich für die Einreise (auch wenn es nur Transit ist) für Deutschland brauchte… So hatte ich gemütlich Zeit für einen Kaffee und danach flog ich mit Lufthansa nach Frankfurt. Ich hatte einen ziemlich langen Aufenthalt und konnte eine feine und gesunde Bowl mit Namen Namasté essen, da mir gesagt wurde, dass es auf Eurowings fast nicht zu essen gebe…

 Danach waren es „nur“ noch 8 Stunden bis Mombasa. Heiss war es in der Kabine aber das war gut, denn für eine Decke hätte man Euro 9.50 blechen müssen und auch die Kopfhörer waren nicht gratis aber meine Noise-Cancelling Kopfhörer sassen fest auf den Ohren und hielten die Konversation von 2 Kenianerinnen die wirklich die gesamte Nacht durchquatschten von mir ab. Das Essen war noch ganz akzeptabel und auch der Sitznachbar nicht allzu geschwätzig. Weil sein Handgepäck zu schwer war hatte er es in Frankfurt zurückgelassen und alles in seine Jackentaschen gepackt (12 Kilo!!!). Deshalb wollte er die wattierte Winterjacke nicht ausziehen und dünstete vor sich hin… Ich schaute mir den amüsanten aber auch irgendwie tiefgründigen Film Druk (Another Round) an, den ich schon lange sehen wollte. Es geht darin um ein Experiment, das 4 Lehrer machen: sie testen, wie das tägliche konsumieren von Alkohol ihr Leben verändert – sehr eindrücklich und auch die eine oder andere Diskussion wert. Und ich liebe den Hauptdarsteller Made Mikkelsen. Den zweiten Film schaute ich definitiv nur weges des Hauptdarstellers und auch nur so nebenbei während dem Essen: es ist der neue Otto-Film. Eher für Kinder gedacht aber Henning Baum ist natürlich vor allem für die Frauen gedacht – einfach ein heisser Typ… Da kamen mir gerade die Workday Schulungen bei Raiffeisen in den Sinn, als wir allen Mitarbeitern Namen von Schauspieler:innen gaben und Henning natürlich immer der HR Leiter war…

Ich dachte, dass wohl die meisten Leute nach Zanzibar weiterfliegen würden aber dem war nicht so: fast alle – und der Flug war auf den allerletzten Platz voll – stiegen in Mombasa aus. Dort ging die Kontrolle schnell und glimpflich und um 07.00 Uhr morgens war ich dann endlich bei meinem Schatz gelandet.

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Ich hatte ja – so fand ich – brillante Idee, gerade zu Anfang ein paar Nächte in einem Hotel im Süden von Mombasa zu reservieren, denn wenn wir erst in Marere sind ist die Hölle los und wir kommen nicht wieder weg. Ich wählte ein Hotel aus, das früher auf der Top Prioritätenliste der Schweizer stand: die Leisure Lodge in Diani Beach.

Peter hatte mir ja bereits vorher erzählt, dass der Deputy Präsident William Ruto zu Besuch nach Ganze kommen würde am nächsten Montag und ich hatte schon eine dunkle Ahnung, wie viel es da noch zu organisieren gab. Ich habe es aber nicht ganz ernst genommen, denn letztes Mal kam die angehende Gouverneurin ja auch nicht persönlich vorbei.

Die geneigten Leser:innen mögen sich vielleicht noch ans abverheite Valentins-Wochenende erinnern – wenn nicht. Hier der Link https://barbarafuhrer.tumblr.com/post/643474171402321920/feb-15-2021-was-zahlst-du-mir-dass-ich-komme  (musste selber nochmal nachlesen damit ich wieder wusste, wie sehr ich mich damals genervt hatte). Unsere Buchung in Diani war von Donnerstag bis Sonntag und ich sah ja bereits kommen, was kommen musste…

Weil die Leute vom NIS (National Intelligence Service) angeblich das Gelände inspizieren müssen bleibe ihm nichts anderes übrig als alleine nach Marere zu fahren am Samstag und dann wieder zurück zu kommen nach Diani, wo das Hotel ist. Das ist ja schlichtweg ein Ding der Unmöglichkeit, denn alleine von Diani zur Fähre dauert es eine Weile, dann mit der Fähre rüber durch den Verkehr von Mombasa und via die Baustellen raus nach Mazeras und dann Richtung Kaloleni nach Marere hätte pro Weg etwa 2 ½ Stunden gedauert… nur damit er dann wieder zum zNacht bei mir ist. Vergiss es. Ich atmete tief durch (soll ja gesund sein, ich lese gerade das Buch “BREATH”…). Ich versuche also aus den 3 nur 2 Nächte zu machen, was aber – weil über booking.com gebucht nicht möglich ist. Also machen wir einen Deal: wir kriegen ein besseres Zimmer als das gebuchte, bleiben aber nur 2 Nächte…

Mit dem Telefonieren hält sich Peter – für seine Verhältnisse – eher zurück und am Telefon sagt er allen, dass er in Nairobi sei damit sie ihn in Ruhe lassen. Die Zeit im einst so berühmten Hotel Leisure Lodge in Diani geht sehr sehr schnell vorbei und wir geniessen die Zweisamkeit und haben wie immer spannende Diskussionen über die Zukunft und unsere gemeinsamen Pläne.

Das Hotel hat seine besten Tage definitiv gesehen und ich merke auch, dass ich für so ein 08/15 Hotel einfach schon zu viel gesehen habe. Die Wasseraerobic nervt mich eher, die deutschen Touristen auch eher und das Kind, das im Zimmer unter uns permanent – aber wirklich permanent schreit lässt mich überlegen, ob ich die Noise Cancelling Kopfhörer wieder aufsetzen soll. Wir finden dann aber doch noch ein ruhiges Plätzchen am unteren Pool und hören unsere eigene Musik – ganz ohne Geschrei und Gequatsche. Peter hat sich natürlich über die Weihnachtsguetzli gefreut und immer mal wieder die Büchse aufgemacht, obwohl das Essen wirklich ausgezeichnet war mit einem indischen Touch.

Am Samstag stehen wir um 05.00 Uhr!!!! auf um rechtzeitig in Marere zu sein. Das grenzt für mich an Folter aber ich bleibe ganz ruhig und leide ein bisschen vor mich hin… Ich will ja die Nerven noch 2 Monate behalten…

To be continued…

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