Lewa ist nicht im Zoo Zürich

Wann die Planung dieser Reise begonnen hat kann ich auch nicht mehr genau sagen. Ich weiss nur, dass Kenia meine Freundinnen Vreni Müller und Susanne Andrey mit mir immer verbunden hat. Vreni war vor Jahren in Kenia als Reiseleiterin tätig und Susanne hat schon viele Reisen nach Afrika unternommen. Beide sind immer wieder nach Kenia gereist mit Partner:innen und Familienmitgliedern. Susanne 2007 zum letzten Mal und Vreni vor 23 Jahren. Und sie waren verliebt in Lewa, den einzigartigen Park am Mount Kenya, dem der Zürich Zoo das relativ neue Gebiet „Lewa Savanne“ nachempfunden bzw. nachgebaut hat. 

Denn dort hat eine gemeinsame Freundin, Evi Bernhard, von ihnen einen grossen Teil ihres Lebens verbracht. Ihr Haus war mitten im Park und sie hat sich dort jahrelang liebevoll um Tiere gekümmert und unter anderem auch Leoparden aufgezogen, die keine Mutter mehr hatten. Wenn man Evi’s Lebensgeschichte hört, dann kommt einem unweigerlich der Film Out of Africa in den Sinn, denn auch ein Abenteurer Mann kam darin vor, der Elefantenzäune gebaut hat und am Schluss bei einem Flugzeugabsturz in Mexiko ums Leben gekommen ist. Dies aber ein paar Jahre nachdem diese Evi ganz tragisch 1999 an einem Herzproblem gestorben ist. In der Geschichte ist viel Tragik aber auch viel Liebe vorhanden. Ihr Leben könnte durchaus als ein Out of Afrika – die Fortsetzung verfilmt werden.

Aber über diese Geschichten und andere Begebenheiten von den Safaris haben wir oft zusammen diskutiert und ich glaube, es war auf einer gemeinsamen Fahrt ins Emmental als Vreni sagte: „Es wäre halt schon schön, wenn wir zusammen mal nach Kenia könnten. Ich würde auch gerne mal sehen, wie du Barbara mit Peter wohnst, aber es ist mir dort einfach zu heiss.“ Vreni verträgt die Hitze nicht besonders gut – wie ich ja auch nicht unbedingt. Susanne meinte nur: au ja, da käme ich sofort mit. Die Idee war geboren und da ich dieses Jahr ja mal in der weniger heissen Saison nach Kenia gereist bin und absolut keine Lust mehr auf Hunderte von Wahlveranstaltungen hatte schmiedeten wir unseren Plan. Am Anfang hatte ich noch etwas finanzielle Bedenken, denn so eine 10-tägige Safari kann ganz schön ins Geld gehen. Aber wie das Leben manchmal so spielt: eine unerwartete Auszahlung der Pensionskasse liess mich entscheiden: lass uns das durchziehen und zwar nicht auf einem Billig-Budget.

Und so entstand der Plan: wir treffen uns in Nairobi, machen Halt im Fairmount Mount Kenya Country Club in Nanyuki und übernachten dann 6 Nächte in einem Gästehaus, das die Schwester von der verstorbenen Eva aufgebaut hat. Danach 1 Nacht Nakuru Lodge auf dem Weg zu 5 Nächten Masai Mara, wo ja gerade die grosse Migration der Tiere stattfindet in dieser Zeit und danach mit dem Zug von Nairobi nach Mombasa damit wir rechzeitig für die Wahlen wieder in Marere sein werden.

Diesen Plan und vor allem die Umsetzung kannst du jetzt mitverfolgen: Safari njema – gute Reise!

Den ersten Tag haben wir bereits hinter uns: am Flughafen haben wir uns mit unserem Sanitärler getroffen. Er hat einen Koffer entgegengenommen, der den gesponsorten Beamer und sonst noch ein paar Goodiese für Marere enthält. Er wird damit nach Marere reisen, wo er auch für meine beiden Freundinnen zwei Durchlauferhitzer installiert, damit die beiden in Marere dann nicht frieren müssen. Das war natürlich wieder Peter‘s Idee, weil ihm für seine Gäste ja nichts gut genug ist…

Ein Fahrer hat uns abgeholt und wir haben eine erlebnisreiche Fahrt begonnen mit Halt im feudalen Mount Kenya Country Club in Nanyuki. Ein Hotel wie aus Kolonialzeiten. Würde ich selber nicht in Kenia leben: ich hätte es zu 100% geniessen können. So war bei mir immer ein bisschen im Hinterkopf: wer von den Kenianern, die ich kenne, wird sich je so etwas leisten können. Aber genossen haben wir es doch in vollen Zügen und wir haben uns das Mittagsbuffet geleistet, das für uns mit CHF 40 kein unmöglicher Betrag war, aber verglichen mit dem Lohn, den unsere Angestellten erhalten natürlich schon ein sehr hoher Betrag war (fast ein Monatslohn). Aber wie oben erwähnt: wir werden auf dieser Reise nicht kleckern (aber auch nicht klotzen).

Eine Stunde später kommen wir in der Lewa Conservancy an. Wir dürfen das Haus der Schwester von Evi Bernhard bewohnen inklusiv Köchin und einer sehr engagierten Cartakerin. Ich habe mich noch etwas mehr schlau gemacht über diesen Ort. Ich habe Eine Einstein-Sendung von SRF aus dem Jahr 2020 angeschaut, denn die Lewa Savanne im Zoo Zürich ist diesem Gebiet nachempfunden. Wir hatten schon einen Schock weil in der „Einstein-Sendung“ die ganze Lewa als sehr grünes Land zu sehen ist. Heute präsentiert sich Lewa total vertrocknet. Die Tiere leiden und müssen sogar teilweise gefüttert werden damit sie überleben können. Aber die Lewa Conservancy ist erfolgreich in der Erhaltung der Nashörner und ich hoffe natürlich, dass ich auf dieser Reise meine Big 5 komplerttieren kann.

Es hat seit 3 Jahren kaum mehr geregnet. Anstatt der echten Regenzeiten gabe es nur ganz spärliche Sprühregen, die natürlich nicht genug sind für die Natur. Aber es scheint, als ob wir drei Frauen Glück nach Lewa bringen. Nach heftigen Winden regnet es in der Nacht, was es nur so zu regnen vermag. Am Morgen werden wir mit einem schönen Regenbogen belohnt. Das muss ein gutes Omen für unsere gemeinsame Reise sein. 

Wenn du dir die Sendung über den Hintergrund der Lewa Savanne im Zoo Zürich ansehen möchtest: es ist wirklich spannend und zeigt dir, wo wir die nächsten 5 Tage verbringen:

https://www.srf.ch/play/tv/redirect/detail/174e04f1-3512-40b9-ab1a-65560317a42a

oder auf Youtube:

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