Besuch(e) der alten Damen

Dass wir unglaublich viele Tiere gesehen haben in den letzten Tagen das haben wohl die meisten an meinem Status und auf Facebook gesehen. Aber die vielen spannenden Begegnungen und Besuche, die wir während unseren Tagen in der Lewa Conservancy gemacht haben wären bücherfüllend. Die ganze Gegend profitiert natürlich enorm von den Spenden die an diese Institution gemacht werden. Die Spender sind zu einem grossen Anteil aus den USA, weil die Familie Craig dort besonders viel Crowdfunding gemacht hat und auf grosse Spender zurückgreifen kann. Aber auch die Verbindung zum Zoo Zürich bringt immer wieder grosse Summen an Spenden ein. Zudem gibt es die „Freunde Lewa‘s“, die von Monika Villiger gegründet wurde. So hat es mich nicht erstaunt, dass die Schule mit der angegliederten Kirche und auch die Klinik in einem sehr guten Zustand sind. 

Medical Center

Unsere Besuchs-Serie haben wir mit der Klinik, bzw. dem Medical Center Lewa begonnen. Monika Villiger war selber Laborantin und die Klinik ist – verglichen mit Ganze oder Jaribuni – ein Vorzeigemodell. Alleine schon die soliden Bauten haben ihren Wert. Kaleb Ayieko ist erst seit einem Monat der Leiter aber er hat sich begeistert über die Unerstützung geäussert. Er hat sich anscheinend ganz offiziell auf den Job des Klinik-Leiters beworben und die Leute sind schon begeistert von ihm, weil er nicht nur die Administration macht sondern auch mithilft, wenn die Patientinnen und Patienten ein Anliegen haben oder ganz kleine Operationen durchgeführt werden müssen. Er gibt uns eine super Einführung und nimmt sich viel Zeit uns überall herumzuführen. Die Besprechungszimmer, den Kühlschrank mit den Impfungen inkl. Covid von Pfizer und Johnson&Johnson, die Apotheke, die Gebärabteilung, die gerade von 1 auf 3 Betten erweitert wird, das Labor, die Sterilisierung und die Administration. Auch der Warteraum sieht hübsch aus mit Trinkwasser für alle Wartenden. Überall gibt es Laptops um die Daten zu erfassen, es hat Solaranlagen, Wi-Fi und Radiofunk für die schlimmeren Fälle und sie haben auch eine Ambulanz. Dinge, von denen wir an der Küste nur träumen können. Zudem ist alles sauber aufgeräumt, kein Abfall liegt herum, die Akten stapeln sich kaum und es ist einfach alles sehr sauber.

Kaleb ist ein richtig smarter Typ, der aus „Luo-Land“ stammt und mit seiner Familie im nahen Meru wohnt. Es scheint ein gegenseitiger Glücksfall zu sein. Am Schluss darf die Gruppenfoto nicht fehlen und wir freuen uns zu sehen, dass das Geld offensichtlich sinnvoll eingesetzt wird. 

Der ganze Staff mit Kaleb (zweiter von rechts)

Schule und Kirche

Ich glaube, wenn wir in Jaribuni solche Verhältnisse hätten dann bräuchten wir fast keine weiteren Spendengelder mehr. Wir werden von Colins, auch wieder von einem supersmarten Typ, begrüsst und er zeigt uns mit einem riesengrossen Strahlen die ganze Schule. Von ECD (Kindergarten) bis zur 8. Primarschule sind es 124 Schüler:innen. Das bedeutet – man rechne – nicht einmal 20 Schüler:innen pro Klasse. Wenn sie fertig sind finden alle einen Platz an einer Sekundarschule. Das macht das Unterrichten einfacher als mit den bis zu 100 Schüler:innen, die wir in Ganze zum Teil in den Klassen haben. Hier wird auch kein Elterneinsatz verlangt, denn die Lehrer:innen haben sogar noch Zeit etwas extra Arbeit zu leisten. Das Essensprogramm wird – genau so wie alle Toiletten und Wasseraufbewahrungstanks ebenfalls von den Sponsoren bezahlt. Laptops sind vorhanden und zwei riesige LED Screens in den Schulzimmern. Das Einzige was sie nicht haben, das ist ein Aufenthaltsraum für Lehrer:innen und daher machen sie die Pausen in der Kirche, die zum gleichen Areal gehört. Die ist dafür so gross, dass am Sonntag über 300 Personen darin Platz haben. Ich stelle mich scherzend hinter die Kanzel und begrüsse die kleine Gemeinde mit „Bwana Jesu asifiwe“, was so viel heisst wie „Jesus ist auferstanden“. Das löst natürlich eine Lachsalve aus und wir bereuen alle, dass wir am Sonntag schon abreisen müssen, bevor wir am Gottesdienst teilnehmen können. Die Kinder haben gerade Lunchtime und es gibt Ugali mit etwas Sauce und Bohnen. Bei einer kleinen Gruppe fragt Susanne, ob sie mal kosten kann und sie macht es tatsächlich, was zuerst eine Verblüffung und dann auch wieder viel Gelächter bei den Kindern auslöst. Das haben sie wohl von der Muzungu nicht erwartet. Eifersüchtig bin ich nicht, denn ich mag es den Kindern hier gönnen aber ein bisschen hässig bin ich schon dass die Verhältnisse so unterschiedlich sind. Umsomehr bin ich stolz darauf, dass 23 der Schüler:innen in Jaribuni die Sekundarschule mit über 350 KCPE Punkten geschafft haben, denn hier bringen sie es gerade mal auf 300… 

Natural State – Restoring the natural world www.naturalstate.org

Hier wird ein grosses Research Center aufgebaut über das Thema Resourcen im Einklang mit der Natur und Biodiversität. Das haut mich jetzt qualitätsmässig fast aus den Schuhen. Alles ist mit den edelsten Hölzern und Materialien gebaut: Mahagony, Palmholz und andere unglaublich teure Hölzer wurden eingesetzt. Die Gebäude sind solide gebaut mit wunderschönen Makuti-Dächern. Das Makuti hat man dafür aus Mombasa geholt, wo es ja inzwischen auch schon Mangelware ist. Es hat ein paar wenige Guesthouses, wo in Zukunft auch Leute wohnen können, dahinter ist noch ein grosses Zelt-Camp vorgesehen. Ich nehme natürlich unzählige Ideen mit nachhause, wo ja mit der Wahl bald entschieden wird, ob ich mehr Zeit in Kenia verbringen werde oder nicht. Sollte ich das Haus in Kiwandani renovieren helfen, dann sind natürlich Ideen sehr willkommen. Dazu gehören z.B. die wunderschönen Fenster mit den Baobab Bäumen drauf, die mir als Baobab Fan extrem gut gefallen. Wir setzen und auf die Veranda und geniessen den Ausblick, der definitiv direkt aus einem Afrika-Film sein könnte.

Wir haben dann noch die Gelegenheit die privaten Räumlichkeiten des zukünftigen Research-Leiters anzusehen und uns bleibt tatsächlich fast die Spucke weg: ein Haus, das mich in vielen Aspekten an New Mexico erinnert. Von der Farbe her und von den Formen. Meine Schwester geht mir permanent durch den Kopf, denn ihr grosser Traum war es ja ein rundes Haus zu bauen mit einem Oberlicht und irgendwie finde ich hier alles vor. Aber hier scheint der Traum von jemandem definitiv in Erfüllung zu gehen. Wir kommen aus dem Staunen und aus den WOW-Rufen gar nicht mehr raus und sind einfach nur glücklich, dass wir hier so schöne Dinge erleben dürfen und so spannende Menschen treffen.

Und wie so schön auf der Homepage von Natural State steht: The goal of NATURAL STATE  is to catalyze large-scale restoration and rewilding globally.

Let‘s get wild!

#letsgetwild #educationisimportant #bwanajesuasifiwe #lewamedicalcenter

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