Goodbye Lewa

Als ich ankam dachte ich: hoffentlich sehe ich ein Nashorn von der Nähe. Am Schluss zückten wir nicht einmal mehr unsere Kameras wenn uns ein Nashorn begegnete. Der Park Lewa Wildlife Sanctuary wurde erst 1984 eröffnet und seither ist es gelungen, die Nashorn Population zu vervielfachen. Und vor allem beim vom Aussterben bedrohten Black Rhino ist das ein beachtlicher Erfolg. Es bedingt allerdings den Schutz vor den Wilderern und dieser ist sehr aufwändig. Für uns war es bereits ein „running gag“, dass Susanne sich dauernd über die Elefanten aufregte, weil diese wirklich alle Bäume zerstört haben und sehr viel Schaden angerichtet haben. So viel, dass sogar Elefantenzäune gebaut werden mussten. Die Elefanten können nicht durch aber untendurch können andere Tiere. Vreni und ich lieben Elefanten über alles und so haben wir immer wieder gelacht, weil Susanne uns die Elefanten madig machen wollte, aber das gelangt ihr beim besten Willen nicht. 

Wir haben in diesen Tagen eine solche Vielfalt von Tieren beobachtet und mit so spannenden Menschen gesprochen. Nebst dem Ehepaar Jane und Ian Craig, die Lewa gegründet haben und deren Tochter, die mal sehr nahe am englischen Königshaus war trafen wir auch noch die Schwester von Jane: Sue Roberts. Sie führt die Sirikoi Lodge. Diese hat schon sämtliche Awards abgeräumt, die eine solche Lodge haben kann und die wenigen Zimmer und Zelte sind vom Allerfeinsten. Oft wird die ganze Lodge gemietet von betuchten Familien oder Freundesgruppen. Wir haben mit Sue Tee getrunken und sie hat ein bisschen aus ihrem Leben und aus den Leben der verwandten Familien geplaudert. Sie ist echt ein Phänomen. Ihre Grosseltern sind aus England mit einem Schiff nach Südafrika unterwegs gewesen um auszuwandern. In Mombasa haben sie einen Zwischenhalt gemacht. Es gefiel ihnen so gut, dass sie entschieden haben, dort zu bleiben. Wenn man sich vorstellt, wie eine solche Reise vonstatten gegangen ist da kann man nur Bewunderung aussprechen. Was phänomenal ist: Sue hat quasi ihr ganzes Leben in einem Zelt gewohnt. Auch jetzt wo sie die edle Sirikoi Lodge hat lebt sich in einem nahen Wäldchen im Zelt. Ihre Kinder hätten sie „gezwungen“ jetzt, mit 70 Jahren, endlich ein Haus zu bauen aufs Alter. Sie kann sich überhaupt noch nicht vorstellen, wie sie plötzlich mit Vorhängen leben wird, denn die hatte sie noch gar nie. Während sie uns ihre Familiengeschichten erzählt spring ihr Spaniel auf dem Feld herum und sucht sich unter den Zebras eine Freundin. Die Zebras grasen mitten im Resort weil es keinen Zaun hat. Die Sirikoi Lodge liegt an einem privilegierten Ort am Wasser, das aus den nahen Hügeln kommt. Eine Aussicht hat man nicht wie in Lodges wie Kifaru oder Lewa House, dafür geben sich hier die Tiere ein Stelldichein. Echt filmreif das alles. Von der Schwester wissen wir, dass der Mann von Sue, Willie, der hier alles designet und gebaut hat gestorben ist, genau wie ihr Sohn – und das innerhalb von wenigen Jahren. Auch sonst erzhählt sie noch unglaubliche Geschichten über Menschen und deren Schicksale. 

Wir dürfen das ganze Gelände besichtigen – auch die Küche, den riesigen Garten und die Lingerie etc. Wir blicken echt hinter die Kulissen und ja: wenn ich das nötige Kleingeld zusammen hötte, dann wäre dies ein traumhafter Ort für einen Aufenthalt. Lewa hat fast nur Lodges in der Luxuskategorie aber wir sind auch zufrieden mit unserem Privathaus, das zwar einfach eingerichtet ist, in dem wir aber verwöhnt und bekocht werden. Es fühlt sich dadurch viel mehr an, als ob wir ein Teil der Community wären. 

Wir haben uns sehr wohl gefühlt in der Lewa Wildlife Conservancy und wer Rhino-Fan ist, der muss sich die Reise hierhin unbedingt einmal gönnen. Mir hat es vor allem gefallen, dass wir drei Frauen einander auch noch besser kennengelernt haben und viel voneinander erfahren haben, das wir vorher noch nicht wussten. Ich bin gespannt auf die weitere Reise. „Besser“ kann es fast nicht mehr werden. Aber anders und interessant und neu. Es ist für mich wirklich ein besonderes Gefühl, in Kenia zu reisen. Irgendwie wie im eigenen Land und ich entdecke wirklich neue Seiten in diesem riesengrossen Land. Und wahrscheinlich entdecke ich auch neue Seiten an mir, wenn ich von Ganze, von Jaribuni, von Marere erzähle. Susanne und Vreni müssen einfach mit eigenen Augen sehen, wie es bei uns ist, denn es lässt sich nicht wirklich in Worte fassen. Aber Lewa war für mich prägend und hinterlässt definitiv Spuren. Das Leben schreibt die schönsten und spannendsten Geschichten.

Auch bescheidener liess es sich sehr gut leben
Goodbye Lewa Conservancy

#lewaconservancy #storiesoflife

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