Pretty in Pink

Die Fahrt von Lewa bis zum Lake Nakuru war sehr abwechslungsreich. Wir kamen durch sehr grüne Gegenden und waren auf etwa 2300 Metern. In der Gegend wird enorm viel Milch produziert und daher gibt es Fabriken und sichtlich auch Wohlstand. Irgendwie wundert es mich nicht mehr, dass an auf die Kikuius manchmal auch eine Wut haben kann, denn sie scheinen alles zu haben: Fruchtbarkeit, wunderschöne Schulen, Arbeit und somit schönere Häuser und Wohlstand. Wenn sie dann auch noch an die Küste gehen um sich Land unter den Nagel zu reissen, dann kann ich verstehen, dass man an der Küste böse wird auf sie. Zudem überlege ich mir: wenn Uhuru Kenyatta wirklich aus dieser Gegend stammt, dann hat er tatsächlich keine Vorstellung davon, wie es an der Küste aussieht. Dass er – um wieder dasselbe Beispiel wie schon so oft zu zitieren – Laptops an allen Primarschulen versprochen hat zeigt, dass er keine Ahnung hat, dass an der Küste teilweise nicht einmal Schulzimmer haben, geschweige denn Wasser und Strom und ein Dach über dem Kopf sowie qualifizierte Lehrer:innen, die wissen, wie man mit diesen Laptops umgeht.

Eine gewisse Frustration überfällt mich. Das Geld ist einfach überhaupt nicht gerecht verteilt und niemand scheint sich um die Leute an der Küste zu kümmern. Ausser wenn sie Makuti für das Dach brauchen. Dann kommt ihnen in den Sinn, dass sie das nur in Mombasa finden.

Henry Mwengwa, ein Kamba

Unser neuer Fahrer heisst Henry und er gibt sofort den Tarif bekannt und macht klar, dass er der Boss ist. Er stellt sich später dann doch noch als etwas umgänglicher heraus aber er will alles total korrekt machen: Gurten tragen, nicht auf die Sitze stehen mit Schuhen, nicht auf die Armlehne stehen etc. etc. Was er sich natürlich nicht gewohnt ist: Muzungus, die einfach zum Vergnügen kommen und nicht, um Tiere zu „jagen“ bzw. eines nach dem anderen abzuhaken. Wir haben von Anfang an gesagt: was wir zu sehen kriegen wird uns Freude bereiten. Die erste Nacht verbringen wir in der Lake Nakuru Lodge. Ein altes Hotel, das aber alles hat was wir brauchen. Sogar Dinge, die wir nicht brauchen, wie einen Swimming Pool. Das Essen ist prima und wir haben es ganz knapp noch aufs Mittagessen geschafft. Die Zimmer sind hübsch mit einer Aussicht auf die Savanne. Was bei diesem Park ganz besonders ist, das ist die Nähe zur Stadt.

Nakuru ist dich am Park

Da gibt es bestimmt auch einige Konflikte zwischen Mensch und Tier. Wir gehen auf einen Game Drive und ein Israeli, der auf einer 4-monatigen Reise ist bittet uns innigst, ob er nicht mitfahren darf. Er campt gleich ausserhalb des Parks und die Person, die versprochen hat, ihn mitzunehmen, hatte einen dringenden Termin. Wir sind ja gastfreundlich und sagen ihm, er soll doch mitkommen. Henry verweist ihn sofort auf den hinteren Platz. Eli, so heisst der Mann im Muscle-Shirt, hat sich der Fotografie verschrieben und so verspricht er, dass er uns alle Bilder schicken wird. Wir entspannen uns und lehnen uns für einmal zurück. Wir sehen einen Löwen, Giraffen, Büffel, Zebras, Warzenschweine und natürlich Abertausende von Flamingos. Wir versuchen von allen Seiten an sie heranzukommen und machen auch mit dem Handy einige Fotos aber wir freuen uns dann schon drauf, wenn Eli uns seine Fotos mit der Superkamera schickt. 

Wir wollen den Sonnenuntergang sehen, müssen aber auch um 18.30 am Gate sein. Das ist ein gewisser Konflikt und die Sonne zeigt sich jetzt leider auch nicht von der besten Seite. Wir machen aber doch ein paar spannende Aufnahmen und erleben nach dem kurzen Regen sogar einen Sonnenuntergang am Lake Nakuru, der schon seit Jahren überflutet ist. Niemand weiss so genau weshalb. Seit 2012 wird der Pegel immer höher. Von damals drei Metern ist er im Jahr 2020 bis auf 8.5 Meter angestiegen. Die einen sagen, das haben mit der Verschiebung der Tetonischen Platten zu tun. Andere wiederum sagen, dass es mit dem Abholzen, der schlechten Landwirtschaft und Klimafaktoren zu tun hat. Obwohl der See einst mit Flamingos übersät war sehen wir heute doch noch eine beachtliche Anzahl dieser originellen Vögel. Wir entscheiden uns also für Flamingos im Sonnenuntergang fotografieren und sagen Eli, dass er ein „Taxi“ (bzw. jemanden der ihn mitnimmt) finden soll, da wir auch etwas verspätet im Hotel ankommen.

In der Nacht höre ich einen oder mehrere Löwen brüllen, die Affen tummeln sich vor dem Zimmer und es hat einen Guard der bestätigt: Simba!  (Löwe auf Kisuaheli). Am nächsten Morgen überrasche ich meine Freundinnen mit einer 1. August – Deko am Frühstückstisch und das Servierpersonal und die Köchin möchte unbedingt helfen, als sie erfahren, weshalb ich das mache. So kommt wenigstens noch ein bisschen patriotische Gefühl auf an unserem Nationalfeiertag. Und ganz klar: so sehr wir drei Kenia auch lieben – die Schweiz lieben wir noch einen Tick mehr!

Auf der anschliessend Fahrt zur Kekoorok Lodge (Place of Abundance, das gefällt mir) in der Masai Mara sehen wir schon eine ganze Menge Tiere und auf dem ersten Game Drive am Abend gibt es noch mehr Tiere zu beobachten. Was für eine Fülle in diesem Park.

To be continued…

#pinkflamingo #shalomeli

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1 Kommentar zu «Pretty in Pink»

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