Up in the Sky

Meine Begeisterung über diese wunderbare Welt der Maasai Mara habt ihr ja bisher bestimmt gespürt – aber der heutige Tag konnte all das noch toppen. Wir hatten bereits in der Schweiz eine Ballon-Fahrt reserviert. Es ist fast nicht zu glauben. Wir sind wirklich drei Touristikerinnen und haben alle die Welt gesehen, aber eine Ballonfahrt haben wir alle noch nicht gemacht. Bei Vreni war es vor allem, weil ihre Schwester auf einem Baum gelandet ist, bei Susanne hat es sich einfach nie ergeben und bei mir war es auch ein Kostenfaktor. Aber auf dieser Reise haben wir gesagt: wir gönnen uns richtig was. Ich glaube sogar, dass Vreni einen Tour Operator Preis erhalten hat, weil sie ja Südamerika Touroperator ist mit Otromundo und so hatten wir für diesen Ausflug bestimmt 100 Franken weniger bezahlt als wenn wir es vor Ort gebucht hätten.

Am Abend vorher gab es ein Briefing: unbedingt pünktlich um 5.00 Uhr erscheinen für den Transfer. Warm anziehen, eine Kopfbedeckung, weil es von der Flamme heiss werden kann und unbedingt die Bestätigung und wenig Gepäck mitnehmen. Selbst ich konnte mich dieses Mal an wenig Gepäck halten und wir standen voller Erwartungen um 5.00 Uhr pünktlich für die Abfahrt an der Reception. Ich hatte zwar tatsächlich meine Bestätigung im Portemonnaie im Zimmer gelassen, aber die drei Muzungus von Sense of Africa waren bereits ein Begriff und es gab null Probleme Es war eine grosse Gruppe und wir wunderten uns schon, wie das funktionieren würde aber es war alles minutiös getaktet. Wir kamen nach gewisser Zeit im Fig Tree Camp an. Dort wurden wir mit Tee und Kuchen versorgt und die Toilette geriet in Bedrängnis, da natürlich alle, aber auch gar alle noch ihren Angstbisi machen mussten. Bei mir war es mehr Aufregung als Angst, denn ich liebe ja alles, was in der Luft passiert. Ich hatte einzig etwas Bedenken mit dem Einsteigen, da ich ja erst gerade kürzlich mein Knie und auch noch mein Bein verletzt hatte und ab und zu unter Krämpfen in den Beinen litt. Aber es lief reibungslos. Der australische Pilot Steven begrüsste uns beim Ballon Nr. 5. 16 Personen passen in ein solches Gefährt: maximal 4 pro Korbabeil. Wir mussten uns quasi auf den Rücken legen und uns an den Seilschlaufen festhalten. Der Ballon wurde langsam aber sicher mit Gas gefüllt bis es einen Ruck tat und wir langsam aber sicher aufrecht waren.

Wir mussten uns noch etwas gedulden aber dann hoben wir ziemlich schnell ab. Was sich jetzt offenbarte war einfach nur Atemberaubend. Es waren einige Ballone von unserem Unternehmen unterwegs und auf dem Weg begegneten uns noch andere Ballongruppen. Wir drifteten Richtung Mara River und der Pilot war wirklich wie aus dem Bilderbuch. So eine Art Crocodile Dundee Abenteuerer. Es war schon in Melbourne Pilot und macht jetzt seine Lizenz für Kenia. Anscheinend hat jedes Land eine eigene Lizenz. Er ist mit einer Frau aus Sambia verheiratet und sie plannen allenfalls ihre Zukunft in Kenia zu verbringen, damit sie näher beim Heimatland der Frau sind. Steven meinte, dass eine Ballonsafari über der Maasai Mara etwas ganz besonderes sei. Es gäbe auf der Welt nicht viele Orte, die dies an Schönheit noch überbieten können.

Dabei schoss er immer wieder Fotos, erklärte uns wie er navigiert. Wir waren einfach hin und weg und kamen aus dem Wow, soooo schön, schau mal hier, schau mal dort gar nicht mehr heraus. Es gab einen Zeitpunkt, da liefen mir einfach nur noch die Tränen runter. Tränen der Freude, Tränen der Demut vor so viel Glück und so viel Schönem, das wir hier erleben dürfen. Die grossen Gnu- und Zebraherden vom Vortrag waren nirgends zu sehen aber wir sahen grössere Gruppen an Zebras. Steven meinte dann, es gäbe den alten Ballon-Spruch: Luck beats Skill, das heisst: manchmal muss man auch einfach Glück haben und das war dann auch wortwörtlich gemeint, als wir einen Baum touchierten und es ganz schön ruckelte. Selbstverständlich meinte er nachher, dass das zum Programm gehört habe aber ich hielt die Hand von Susanne und sagte ihr „Vertrauen, Vertrauen, Vertrauen“ aber ihre Hand klemmte ganz schön zu. Später diskutierten wir dann schon noch ein paar Horrorszenarien, wie es auch hätte ausgehen können, aber nach einer ziemlich braven Landung machten wir mit allen zusammen eine Gemeinschaftsfoto und waren überglücklich. Einer der Ballone war nämlich jenseits des Flusses gelandet und das bedeutete für die Passagiere, dass sie mindestens noch 2 1/2 Stunden mit dem Jeep fahren mussten. Die Autos holten uns ab und brachten uns zum Champagnerfrühstück mitten in der Maasai Mara. Vorher hatten wir noch gescherzt: „nimmst du heute auch eine Spanish Omelette mit Pili Pili Kidogo“? Aber der Scherz wurde Wirklichkeit: wir konnten alles haben, was das Herz begehrt: von den Eiern über Pankcakes zu warmem Gemüse, French Toast, frischen Früchten und eben Champagner. Als es keinen mehr hatten machte ich etwas, was ich wohl bisher noch nie gemacht habe: ich gönnte mir einen Gin & Tonic zum Frühstück, etwas angestachelt von den Engländerinnen, die mit uns am Tisch sassen. Es ging problemlos runter. Sogar die Toilette war vom Feinsten. Wir hatten den Tipp des Piloten befolgt und gingen gleich zu Beginn, denn mit der Zeit füllte sich diese improvisierte Angelegenheit schon. Die Piloten hatten ihr Laptop Stationen und machten gleich aus den Fotos einen Film und per Airdrop landete alles innert Kürze auf meinem iPhone.

Das Zertifikat hielten wir auch ganz stolz in den Händen und erfreuten uns ganz einfach es Lebens. Besser wurde es nur noch auf der Rückreise als wir einer Elefantenfamilie und ganz besonderen Vögeln begegneten. 

Die Überquerung des Mara Rivers mit den vielen Gnus hatten wir am Vortag nur um Minuten verpasst, das heisst wir sahen gerade noch, wie ein paar Gnus den Hügel raufkraxelten. Auch am letzten Tag unserer Safari wurde uns das Glück dieser Erfahrung nicht gegönnt und wir warteten mehrere Stunde auf eine Überquerung. Die vielen Nilpferde im Fluss und einige Krokodile hielten die Tiere wohl zurück. Ok, ein bisschen enttäuscht waren wir schon, denn der Fahren hat ja permanent dieses nervige Radio an, bei dem sich alle austauschen über alles, was sie gerade sehen in den ganzen Parks in Kenia, aber dass es genau während wir beim Lunch waren eine Crossing gab, das hat er nicht mitgekriegt. Aber wer will da schon jemandem die Schuld dafür geben? Wir trugen es mit Fassung, denn die Erlebnisse der letzten Tage waren einfach umwerfend gut. Und unsere Freunde aus dem Ballon teilten mit uns ihr Video vom Vortag. So hätte das also ausgesehen.

Grund genug nochmals hierher zu kommen und es nochmals zu versuchen. Ich kann euch einfach nur sagen: besucht Kenia, besucht die Parks, saugt diese unglaublichen Erlebnisse in euch hinein und bleibt mit offenen Augen und Ohren voller Eindrücke einfach fassungslos stehen vor der Schönheit der Tierwelt. Maasai Mara: I will be back for more!

#balloonsafari #maasaimara

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2 Kommentare zu «Up in the Sky»

  1. Susanne Andrey

    Durch die frühmorgendliche Geschäftigkeit vor meinem Zimmer, aufgrund der anstehenden Wahlen war ich so früh wach, dass ich jetzt mal Zeit hatte und alle deine Blogs seit Beginn unserer Reise gelesen habe.
    Es ist eine wunderbare Zusammenfassung unserer vielen und unvergesslichen Erlebnisse auf dieser einmaligen Reise.

    Ich werde die Geschichten immer mal wieder lesen und mich gerne an unsere gemeinsame Zeit in Kenia erinnern.
    Danke dir herzlich dafür liebe Barbara🦒🐘💙🦏🦓-Susanne

    1. Du darfst ruhig sagen: nach einer schlaflosen Nacht mit ohrenbetäubendem Lärm vor dem Zimmer… 😤🙉🔊 aber ich habe deine diplomatische und umsichtige Art und vor allem deine Begeisterungsfähigkeit auf dieser Reise kennen- und lieben gelernt. So schön, dass wir dieses wahnsinnige Erlebnis teilen durften. Es bleibt für immer und ewig in unseren Herzen 💖

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