Unboxing im COOP to go

Irgendwie kamen mir die 3 Monate, seit ich Peter nicht mehr gesehen hatte, viel länger vor als sonst. Als ich im September weggeflogen bin war ich super aufgeregt, weil ich das Gefühl hatte: jetzt geht etwas in diesem Land. Mit all den Politikern und Politikerinnen in den richtigen Positition und sogar mit einem Ex-Feind, der sich plötzlich sehr freundlich zeigt. 

Ich wollte fast lieber bleiben und mithelfen, die neue Regierung in Gang zu bringen. Aber ich freute mich natürlich auch auf alle Projekte, vor allem auf die musikalischen. Die St. Galler Chornacht war ein voller Erfolg, auch wenn ich mich etwas über Martin O. und seine Vorstellung von Afrika aufregen musste (er verteilte zu seinem Fantasie-Afrika-Song lauter Bananen…)

Es folgte dann auch eine fantastische Schweizerreise mit meinen „alten“ Freundinnen durch die Schweiz. Wir konnten endlich das Geburtstagsgeschenk an Vreni einlösen, das wir ihr vor 3 Jahren geschenkt hatten… Ganz ohne Masken und mitten drin noch mit meinem Geburtstag hatten wir bei traumhaftem Wetter eine schön Glacier-Express Reise mit dem atemberaubenden Blick auf das Horu.

Und dann das nächste Highlight: das Mitwirken mit weiteren 401 Sängerinnen und Sängern im Musical über das Leben von Martin Luther King. Gigantische, langanhaltende Hühnerhautmomente und 3 ausverkaufte Vorstellungen. Die kurze Reise nach Südfrankreich mit Mica hat mir gezeigt, dass man auch in meinem Alter noch Menschen treffen kann, die sich anfühlen wie Freunde, die man schon ein Leben lang hatte. Ein ganz kleines bisschen Advent gab es dann noch mit  2 Abenden auf dem Lindenplatz und meiner Geschichte vom Leu und vom Zebra, die schönen Anklang fand.

Aber dann musste ich wieder Gas geben mit packen – auch wenn ich schon wusste, was da alles in die 2 Koffer kommt so war ich nicht zufrieden mit der Packerei. Ich wollte einen grossen und einen kleineren Koffer mitnehmen, damit ich auf der Rückreise einen Koffer in den anderen stecken kann aber das ging mit den vielen Weihnachtsguetzli, mit den Anzügen für Peter, mit dem Kaffee etc. einfach nicht auf und so kaufte ich am Abend vor dem Abflug in Zürich nochmals einen grossen Koffer. 

Dieses Mal hatte ich wieder Ethiopian Airlines gewählt, da diese mir 2 Koffer à 23 Kilos gewährten auch in der billigsten Klasse. Eine Woche vor Abflug hatte ich mich dann entschieden, mir selber ein Geschenk zu machen. Ich hatte die Rechnungen für alle Seminare geschrieben, die ich abgehalten hatte in diesen 4 Monaten und ich war mit dem Betrag so zufrieden, dass ich mich für ein Upgrade des Fluges Rom – Addis Ababa (der längste von den dreien) entschied.

Das war eine sehr weise Entscheidung, denn es schläft sich liegend einfach um Welten besser als sitzend. Zudem konnte ich in Rom die Lounge benutzen und mir dort schon einen kleinen feinen zNacht gönnen.

Allerdings „musste“ ich mir vorher in Zürich noch ein zusätzliches Weihnachtsgeschenk machen. Ich stellte mit Schrecken fest, dass ich meinen iPad zuhause liegen gelassen hatte. Das ist kein Problem, wenn ich ein paar Wochen verreise aber bei 3 Monaten: no way! Ich kaufte mir also die billigste Variante und war total fasziniert davon, dass ich bei einem Drink und einem Sandwich die Neuinstallation in maximal 15 Minuten abgeschlossen hatte. Ein etwas unspektakuläres Unboxing im Coop To Go (also To go und nicht TOGO) am Flughafen – aber wirklich keine Sache. Dafür muss man nicht einmal digital fit sein.

Der nächste Faux-Pas war ein eher weiblicher (obwohl ich auch Männer kenne, die sich die Nägel lackieren). Meine Nägel sahen wirklich nicht schön aus und ich hatte echt keine Zeit mehr für schöne Gel Nails und so kaufte ich einen sauteurer OPI Nagellack, denn ich dann ganz lässig vor dem Boarden aufmalte. Aber genau dann hiess es: der Flug nach Rom ist zum Einsteigen bereit. Oh nein, Lack war noch nicht trocken und beim Überschwingen des Rucksacks und beim Hervorkramen der Boarding Karte war im wahrsten Sinn der Lack ab, bzw. Streifen davon. Ganz hässlich… aber na ja…

Die Boarding Karte für den Business Flug Rom – Addis Ababa erhielt ich erst in Rom und es schien da ein Problem zu geben. Auf dem Gepäckscan, den ich in Zürich erhalten hatte konnte die Nummer nicht gelesen werden. Es half also nichts, dass ich Business Class gebucht hatte: ich musste warten, bis sie mein Gepäck indentifiziert hatten und das dauerte sehr lange. Das gab mir grad Gelegenheit ein bisschen People watching zu machen. Das war wirklich ein bunt gemischter Haufen. Aufgefallen sind mir die Schwestern – sauber rausgeputzt und bestimmt total glückselig, weil sie in der Stadt des Papa waren…

Immerhin war ich dann sicher, dass das Gepäck vorhanden war. In Addis Ababa liessen sie mich auch nach Betteln nicht in die Lounge rein, denn das gilt nur, wenn das nächste Segment in Business Class gebucht ist. Und der letzte Flug nach Mombasa war rammelvoll. Das zeigte sich bereits am Gate, wo alle drauflosdrängten und mir – oh Schreck – ein Mittelplatz in einer 3-er Reihe zugeteilt wurde und uns auch noch das Handgepäck abgenommen wurde, weil zuwenigs Platz vorhanden war. Ich hoffte, bis zur letzten Sekunde, dass der Platz neben mir frei bleiben würde und es sah gut aus. Aber da kam ein grosser, sehr breiter Kanadier und meinte 25a und mir rutschte ein leises „oh no“ raus. Er meinte: „did you wish I wouldn‘t show up“ und ich bejahte mit einem Lachen. „You will have to say a prayer for that one“… ok, da hatte er ja schon recht, ich wollte ja nicht, dass ihm etwas zustösst oder so – ich wollte einfach, dass der Platz frei bleibt. Es gab einen Ellbogen an Ellbogen Flug. Essen war fast nicht möglich obwohl es erstaunlicherweise ein ganzes Menü auf diesem 2 Std. 20 Minuten Flug gab.

Er war auf jeden Fall ein amüsanter Sitznachbar, denn seine Story wäre auch wieder einen ganzen Blog wert. Die Kurzfassung: er hatte vor 2 Jahren eine Kenianerin im Netz kennengelernt und – auch wenn er das Gefühl hatte, sie bereits sehr gut zu kennen – wird er sie heute zum ersten Mal am Flughafen von Mombasa treffen. Dafür ist er von Vancouver via Toronto und Addis Ababa noch einige Stunden länger geflogen als ich. Na dann good luck – ich hoffe das Beste für ihn.

Im Moment war ich nicht nur meinen Sitznachbarn sondern auch mir selber am nächsten und hoffte einfach, dass die Gesundheits- und Passkontrolle schnell vorbei ist – was zum Glück auch eintraf.

Mein Mann war – wie bereits befürchtet – noch in Malindi beschäftigt und so wurde ich vom Lastwagenfahrer Changawa abgeholt und Richtung Marere gefahren. Unterwegs schmiedete ich einen besseren Plan: wie wäre es, wenn ich Peter entgegenfahren würde und wir die nächsten 3 Tage in Malindi verbringen würden? Etwas Abstand von Marere (ich hatte noch keine Lust auf die Probleme, die dort bestimmt auf mich zukommen werden) und vor allem wollte ich meinen Mann für mich alleine haben – das waren die Hintergründe. Ein Anruf an Peter genügte und er war begeistert von dieser Idee. Er fährt nämlich als Member of County Assembly dreimal pro Woche die 1 1/2 Stunden hin und zurück. Momentan noch alleine, da noch kein Geld für einen Fahrer bezahlt wird. Das finde ich total unsinnig und sogar gefährlich – zudem er ja auch nicht gerne in der Dunkelheit fährt.

Gesagt getan – ich machte einen kleinen Zwischenhalt in Marere, packte 2 weisse Hemden, Toilettenartikel und ein paar lange Kleider für mich ein und los ging die Reise wieder von Marere nach Malindi. Peter hatte ein schönes Apartement reserviert: mit einem gekühlten Schlafzimmer, einem TV auf dem wir dann den Match Brasilien : Südkorea schauen konnten und dazu alles verzehrten, was er eingekauft hatte inkl.

Swahili Snacks und Gin & Tonic – mein Mann weiss, wie er meine Wünsche erfüllen kann und er wollte auch zeigen, dass er das neu wieder finanziell auf die Reihe kriegt. Der Anfang passt und wie sehr ich ihn vermisst habe merke ich manchmal erst, wenn ihn wiedersehe!

#loveofmylife #unboxing

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1 Kommentar zu «Unboxing im COOP to go»

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