Die Welt ist ein Dorf – aus Plastik

Vielleicht habt ihr in einem meiner Posts in den Sozialen Medien gelesen, dass wir für das Kilifi County auf der Suche nach Leuten sind, die Erfahrung mit Abfallentsorgung in Afrika haben. Dadurch bin ich in Kontakt gekommen mit Laura von Shelterplast. Wir haben uns sofort in der Schweiz per Zoom ausgetauscht. Aus einem Projekt ist diese Organisation www.shelterplast.org entstanden. Es geht darum, Abfall zu sammeln, die Bevölkerung zu lehren korrekt zu trennen und aus dem Plastik dann ein Baumaterial zu machen, mit dem einfache Hütten (Shelter) gemacht werden können für die Ärmsten in Kenia. So quasi ein 1:1 Ersatz für ihre Lehmhütten, die einfach keine lange Lebensdauer haben. Kein Schnickschnack, einfach mal als Anfang ein Ersatz der bestehenden Behausungen. Das war nicht genau das, was Peter und ich gesucht hatten, aber immerhin – es war ein spannender Kontakt zu supersympathischen Leuten.

Wir haben dann vereinbart, dass wir in Kontakt bleiben und versuchen werden, uns gegenseitig zu besuchen wenn sie über Weihnacht/Neujahr nach Kenia kommen. Und tatsächlich: kurz vor dem Ende des Jahres ist die ganze Familie zu uns nach Marere gekommen.

Wir haben ihnen unser College gezeigt, das Juhudi Projekt, von dem sie auch beeindruckt waren, und wir haben während einem feinen Mittagessen einen regen Austausch über Möglichkeiten der Zusammenarbeit diskutiert. Sie haben bereits eine Person, die den Abfall verwerten kann und diese Person (aus Deutschland, lebt aber mit seiner kenianischen Partnerin im Norden von Kenia) hat die Formel entwickelt um den Baustoff zu machen. Die Formen sind bereits in China bestellt und bald gibt es einen Prototyp.

Mit Peter sind wir dann aber auch noch in die Details gegangen, wo er vielleicht Land zur Verfügung stellen könnte oder wo wir uns vielleicht mit dem Kilifi Government zusammen tun könnten, damit sie den Baustoff direkt aus der Abfalldeponie beziehen könnten. (die allerdings noch nicht existiert)

Zusätzlich zum geschäftlichen Teil haben wir auch viele private Anekdoten ausgetauscht und uns gegenseitig über die harten Bedingungen beklagt unter denen wir hier manchmal alle leiden: Ausschläge, die undefinierbar sind und andere, die nur zu gut zu definieren sind aber ebenfalls unangenehm sind. Und wie immer sind wir auch auf Leute zu sprechen gekommen, die wir gemeinsam kennen. So ging z.B. Zuena, die aus Kenia ist, mit der momentanen Deputy Governor in die Primarschule und ich habe zwischen beiden dann via WhatsApp den Kontakt hergestellt, da sie sich aus den Augen verloren hatten.

Und plötzlich sagte Laura: du war das eigentlich eine Simona Guarino, die hier ihr Praktikum in der Primarschule gemacht hat? Ja klar, bejahte ich freudig – kennst du sie? Ja, ich bin mit ihr in den Chindsgi gegangen, sie ist aus dem gleichen Dorf wie ich (den Namen des Dorfes habe ich verdrängt). Wow – unglaublich – lass uns ein Selfie machen und ihr schicken. Wir fanden es total faszinierend wie klein die Welt ist bis ich herausfand, dass es ja genau Simona war, die mir die Adresse von Shelterplast gegeben hatte. Das hatte ich überhaupt nicht mehr auf dem Radar. Und somit überrasche ich mich manchmal selber mit meinen Netzwerkfähigkeiten. Am Schluss weiss ich nicht mehr warum und woher, aber die Verbindungen funktionieren.

Sollte irgendjemand aus meinem Freundes/Blogleserkreis auch jemanden kennen, der so eine Formel entwickelt um aus Plastik Baumaterial zu erstellen, dann bin ich gerne Empfängerin dafür. Man weiss ja nie, was man da noch brauchen kann. Wir stehen mit dem Thema Abfallentsorgung immer noch ganz am Anfang. Immerhin trennen sie hier in Marere bereits den Plastik vom Rest. Als ich ihn nach Kilifi in die Entsorgungsstelle bringen wollte sagten sie, dass jemand die Flaschen schon mitgenommen habe (wahrscheinlich um Seife zu produzieren oder Mnazi abzufüllen) und dass sie den Plastik jetzt immer nach Beria bringen, dort habe es eine Sammelstelle dafür. Wow, in kleinen Schritten gehen wir vorwärts und solange sie das Zeugs nicht verbrennen hier bin ich schon sehr froh!

Über Shelterplast könnt ihr in den Sozialen Medien mehr erfahren und auf Youtube gibt es ein Video, das gut erklärt, was sie alles planen. Dort könnt ihr dann auch alle Mitglieder von dieser positiv denkenden Familie und „extended family“ kennenlernen. Team Shelterplast

Alles über Shelterplast

Ich liebe es, wenn das Netzwerk greift und bedanke mich bei allen, die dazu beitragen!

#networking #shelterplast #plastikverarbeitung

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