Schusterin bleib bei deinen Leisten – auch in flip flops

Im Dezember habe ich im Facebook gelesen, dass eine Gruppe von Mädchen von St. Thomas Girls Secondary School aus Kilifi nach Südafrika gereist ist an einen “Debating” Wettbewerb. Das ist etwas, das im englischen Sprachgebrauch noch viel mehr exisitiert als bei uns. Debattieren und Public Speaking sind die beiden Disziplinen in denen man sich misst. Zuerst innerhalb der Schule, dann unter den Schulen, dann im Subcounty, County, landesweit und wenn man es schafft, dann kann man sogar auf eine Reise ans Final. Letztes Mal war es eben in Südafrika und dieses Jahr wird es in Belgien sein.

Auf diesen Post habe ich reagiert

Ich habe den Post bei der Vize-Gouverneurin Flora Chibule gesehen und natürlich kommentiert, dass ich gerne helfen könne, damit die Girls noch besser werden. Die Vize-Gouverneurin hat darauf geantwortet, dass sie das Angebot gerne aufnehmen werden, was sie dann auch prompt gemacht hat. Ich erhielt kurz darauf den Kontakt zur Lehrerin, die das organisiert an der Schule. Ich liess es aber eine ganze Weile liegen, weil ich so sehr mit dem Marere College und den Herausforderungen hier beschäftigt war.

Diese Woche hat es geklappt und ich war wieder einmal ganz alleine mit dem kleinen Auto unterwegs (das Grosse muss nochmals nach Nairobi, weil es raucht wie eine ganze Gruppe Ganja Raucher…) Ich hatte ein Meeting in Kilifi betreffend unserem Fishing Business. Es stellt sich heraus, dass der Fischer wohl nicht so viel Erfahrung hat wie er immer geblufft hat und das Arbeiten hat er ja auch nicht erfunden. Unser Geschäftspartner Joseph hat dann herausgefunden, dass auch die Netze morsch sind und er somit gar nicht richtig fischen kann. Es stellte sich sogar heraus, dass die Netze gar nicht ihm gehören und anscheinend hat er ein Netz ganz versenkt im Meer und meinte nachher, dass wir dafür aufkommen würden weil es ausgelehnt hatte… Über ein Metier reden und es dann machen sind immer zwei unterschiedliche Sachen. Aber zum Glück ist mein Metier reden – dann trifft diese Weisheit weniger zu, weil es bei mir ja genau ums Reden geht…

Ich wurde also direkt zum Principal der Schule geführt, musste natürlich das Visitor’s Book ausfüllen und in der Schule war eine grosse Aufregung, da gerade die “Neuen” Erstsekschülerinnen eintrudelten mit Sack und Pack und Matratze und Aufbewahrungsbox etc. Meine Kontaktperson und der Englisch Lehrer erklärten mir, wie das System funktioniert mit dem Debattieren und dass sie sich natürlich extrem freuen, dass ich da bereit bin, ihnen unter die Arme zu greifen. Es gibt an vielen Schulen sogenannte “Amani Clubs”, die sich für den Frieden = Amani einsetzen, indem sie über schwierige Themen debattieren. Ziel ist – wie bei so vielen Projekten – den Zielen der Vereinten Nationen zu dienen. Es handelt sich dabei um 17 Nachhaltige Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs). Die Agenda 2030 bietet einen international verbindlichen Rahmen, in dem systematisch alle Dimensionen der nachhaltigen Entwicklung berücksichtigt werden und so ein gutes Leben für alle gemäss dem Grundsatz “Leaving no one behind” gewährleistet werden soll. Das sind heere Ziele für die ich mich auch sehr gerne einsetze.

Sustainable Development Goals, SDGs United Nations

Mehr darüber gibt es hier: globalgoals

Zusätzlich zum Debattieren gibt es eben auch noch das Public Speaking, das wichtig ist und damit werde ich weiterhelfen. So haben wir jetzt nächste Woche einen Termin abgemacht und ich werde 50 erwartungsvolle Schülerinnen vor mir haben, die besser werden möchten in Public Speaking. Ich bin ja genau so gespannt wie sie und freue mich schon auf diese neue Herausforderung. Mal sehen, wie gross der Unterschied zu Banker:innen aus der Schweiz ist…

KenyaNews

#gelerntistgelernt #debattieren #publispeaking #globalgoals

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