Akklimatisieren mit 7 Stunden Anlass

Meine Vorbereitungen für Kenia laufen immer ähnlich ab: ich beginne Monate vor dem Flug mit planen, was alles ins Gepäck muss. Bei Ethiopian Airlines sind es zum Glück 2×23 Kilos, die ich mitnehmen darf und die hatte ich auch schon fast erreicht. Aber kurz vor Abflug kommen immer noch Überraschungen: „au ich habe noch ein paar Mobiltelefone für dich“, „Könntest du noch Sport-Shirts brauchen für Kenia?“ Alles total lieb gemeint und willkommen, aber das bedeutet, dass ich wieder einiges aus den bereits gepackten Koffern rausnehmen muss. Dieses Mal sah es ganz schlecht aus: ich hatte 7!!! Kilo zu viel in einem Koffer. Mein Handgepäck war zwar supercool aber unpraktisch und so kaufte ich mir noch ein leichtes Handgepäck für den Flieger (so kurz vor Ferien in der Schweiz gibt es zum Glück günstige Angebote) und packte ein paar Kilo Kaffee und Schokolade in dieses Handgepäck. Einen neuen Rucksack, den ich bei Wörterspiel in Rorschach gekauft hatte, stopfte ich als „Laptoptasche“ ebenfalls noch voll mit Dingen. Die Reise von mir zuhause bis zum Flughafen war beschwerlich mit 3 Koffern und einem Rucksack und genau zu diesem Zeitpunkt muss auch noch ein Rad abbrechen. Zum Glück half mir meine liebe „Nachbarin“ Iris und begleitet mich zu Fuss bis zum Bahnhof Rorschach Stadt. Und nochmals zum Glück gibt es überall immer nette Menschen, die hilfsbereit sind.

Die Lady beim Check-In in Zürich hatte keine Freude an mir. Sie meinte, es gehe nicht, dass ich 13,2 Kilo Handgepäck und dann noch 7 Kilo Laptoptasche dabei habe. Ich müsse „umpacken“… ich schaute sie etwas ratlos an und da meine Freundin Vreni mich am Flughafen zu einem zNacht einlud meinte ich, dass ich etwas in der Schweiz zurücklassen würde. Das tat ich dann aber doch nicht und auch wenn dieselbe Check-In Frau auch bei der Boarding Pass Kontrolle stand (Mist!!) so konnte ich mich via Business Schalter durchschummeln…

Nach einem problemlosen Flug, bin ich so schnell wie noch nie durch die Passkontrolle gekommen. Ich hatte mir gemerkt, einen Sitz im vorderen Teil des Fluges von Addis Ababa nach Mombasa zu reservieren und schwupps war ich bei den Ersten, die aussteigen konnten. Dieses Mal gab es null Formulare auszufüllen, keine zweite Kontrolle – ich war super erstaunt und erleichtert.  Ich war so schnell, dass noch nicht einmal die Koffer auf dem Band angekommen waren. Aber in Mombasa bzw. in Kenia gibt es diese superdoofe Einrichtung, dass man nochmals alle Koffer durch einen Scanner lassen muss – das kenne ich von keinem anderen Land. Aber obwohl sie mir 2 Koffer mit einem X markierten und ich diese öffnen musste sagte der Security Officer: I can see that you are a good person (obwohl er mir vorher noch Geld abknöpfen wollte für „zuviele Parfüms“, also bitte – da habe ich mich also gewehrt und gefragt, wo denn das stehen würde… )

Victor, der Fahrer, war bereit und brachte mich ins Hotel mit dem Toyota Landcruiser, der an diesem Tag wieder mal repariert werden musste…Dort wartete ich dann auf Peter, der very busy war mit einer Budget-Sitzung für das nächste Fiskal-Jahr, das am 1. Juli beginnt. Wir konnten so wenigstens einen sehr ruhigen Abend ohne Telefon und ohne andere Menschen geniessen.

Am nächsten Tag war bereits eine „Graduation“ angesagt. Priscila, die bei uns im College wie vom Himmel gerufen auftauchte erhielt ihr Zertifikat in Health and Community Development. Sie unterrichtet bei uns «Social Skills» und fällt auf durch ein extremes Durchsetzungsvermögen und extreme Seriosität im Job.

Ich wusste, dass es ein langer Tag werden würde. Auf der Einladung stand: von 08.00 Uhr bis 12.00 Uhr und ich versicherte ihr, dass ich nicht bereits um 08.00 auftauchen würde. Sie meinte dann, dass ihr Bruder ein Restaurant reservieren würde für das Mittagessen und das Foto-Shooting. Ich müsse also erst um 14.30 ins Restaurant kommen. Aber ich wollte ihr schon die „Ehre“ erweisen und vor Ort zu sein und die Zermonie mitzuerleben bzw. mitzuerdulden. Ich kam also um ca. 10.30 h an und sie waren bereits eine Stunde im Verzug mit dem Programm. Es folgte ein Speech nach dem anderen, dann auch noch Vorführungen zwischendrin, das Verteilen der Zertifikate, Disco-Musik, Beten etc. Alles zusammen dauerte bis 14.30! Aber die Freude von Priscila war gross und es war auch eine Wertschätzung ihr gegenüber von meiner Seite. Lustigerweise habe ich im College sogar noch eine Schweizerin angetroffen, die ich an einem Apéro der Schweizer Botschaft kennengelernt habe. Sie arbeitet für Comundo – ein Hilfswerk aus der Schweiz – und ist im College für das E-Learning zuständig. Die Welt ist klein – auch in Kenia. Oder man kann auch sagen: Barbara hat ein grosses Netzwerk – auch in Kenia!

Der anschliessende Lunch war ein totales Highlight. Ein absolut cooles Lokal direkt am Strand. Das Essen war ausgezeichnet und der Abschluss war somit gebührend gefeiert. Auf nach Marere!

#graduationparty #priscila

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4 Kommentare zu «Akklimatisieren mit 7 Stunden Anlass»

  1. Ursula Lauper

    Ich freue mich auf deine Eindrücke und Erzählungen. Danke, Barbara, dass du mich/uns teilhaben lässt.
    Eine gute Zeit in Kenia!
    Take care.

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