Vorerst mal eine Laube

Ein bisschen im Scherz und ein bisschen Ernst gemeint habe ich bei meiner letzten Rückreise gesagt, dass ich nicht wieder nach Kenia zurückgehe bis ich ein richtiges Zuhause habe. Aber ich weiss ja auch, wie lange der Bau von so einem Haus dauern kann und leider haben wir noch ein gröberes Problem, denn ein korrupter Italiener hat behauptet, das Land auf dem wir bauen möchten gehöre ihm und er hat viele Bestechungsgelder bezahlt. Anscheinend hat er das Land auch weiterverkauft und es wird in einen Rechtsstreit ausarten, was dauern kann. Als er gehört hat, dass Peter jetzt seinen „Title Deed“ (Bescheiniung, dass das Land ihm gehört) organisieren will wollte er zuerst die Polizei bestechen und danach die Person, die Peter das Land in den 80-er Jahren verkauft hat. Wirklich eine typisch kenianische Geschichte. Allerdings habe ich auch von Menschen in Europa gehört, dass in Spanien oder Griechenland ähnliches passiert ist. Dieses Thema wird also noch etwas dauern, auch wenn Peter mir immer wieder bezeugt, dass auch er unbedingt ein schönes Zuhause für uns beide haben möchte. Also muss ich momentan noch mit der Situation Marere abfinden und versuche hier, das Beste zu organisieren. Mein Büro ist ja schon mal eine gute „Oase“, wo es auch immer kühl ist und wo sich nicht alle hintrauen. Aber bereits als ich letztes Mal in die Schweiz retour flog gab ich eine „Laube“ in Auftrag. Also das Bild, das mir vorschwebte, war so etwas.

Beispiel, wie es aussehen könnte

Ich wusste, dass sich etwas tut, denn ich hatte ja auch Geld dafür geschickt, aber Peter wollte mir partout noch keine Bilder schicken – es muss ja auch eine Überraschung sein für mich. Er hatte mir zwar gesagt, dass er die „Muzungu-Beachchairs“ sehr teuer gekauft hatte und dass das Projekt etwas komplexer und grösser geworden sei als geplant. Ich war also supergespannt, wie das jetzt aussehen wird. Wir kamen dummerweise nachts an, aber es sah gar nicht so übel aus. Am Sonntag merkte ich, dass da bereits eine Gefahr besteht, dass sich das zu Peter’s neuem Lieblings-Arbeitsort entwickeln wird und ich sage nur: wehret den Anfängen. Wir können hier zwar Familie und Freunde empfangen aber gearbeitet (und telefoniert!!!) wird hier nicht. Es soll eine Oase für Peter und mich sein, wo wir uns auch mal abgrenzen können von allen anderen.

Der Abfluss für das Regenwasser ist zwar potthässlich aber ich kann jetzt nicht motzen, denn sie haben sich viel überlegt: nämlich dass es nicht nass werden soll und dass wir vor allem das Wasser nicht verlieren sondern sammeln wollen. Peter sagt die ganze Zeit: «Ich kann nicht verstehen, dass ICH nicht diese gute Idee hatte. Es ist einfach fantastisch». Und dann lacht er sein Lachen, das ich so sehr mag.

Mein nächstes Projekt wird jetzt sein, hier ein schönes Bild an die Wand zu malen. Erstens für mich als „Beschäftigungstherapie“ und zweitens als Verschönerung von meiner neuen Laube. Ich habe auf Pinterest schon ein paar Ideen gesammelt aber vielleicht gibt es von euch noch gute Tipps oder Ideen – manchmal ist es gut, sich von Anderen inspirieren zu lassen. Ich bin gespannt.

Die ersten schönen Pausen konnten wir auf jeden Fall schon mal geniessen: mit Musik hören, mit Kaffee und Kuchen und einfach beim gemeinsamen Schweigen. Das finde ich nämlich auch eine wunderbare Qualität mit einem geliebten Menschen.

#Laubemarere #relaxzone

Teilen

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert