barbara.fuhrer@bluewin.ch

Falsche Klimazone

Kurzer Spoiler-Alert: es ist nicht alles so schlimm, wie es auf das erste Mal lesen klingt, aber für eine kurze Zeit war es das. Ich bin total im Rückstand mit Schreiben und das hat damit zu tun, dass ich mir überlegte, ob ich auch die Sachen schreiben soll, die weder lustig noch aufbauend und vielleicht sogar langweilig sind. Aber ich erhalte immer wieder Rückmeldungen, dass mein Blog authentisch ist und daher publiziere ich jetzt auch das. Es gibt echt Dinge, von denen ich momentan nicht berichten kann, weil sie zu stark familienintern sind und ich niemanden “in die Pfanne” hauen will aber es wird eine Zeit kommen, wenn ich darüber schreiben kann. Zudem ist es gar nicht schlecht, wenn ihr lesen könnt, dass ich halt nicht immer über alles, was hier passiert in Begeisterung ausbrechen kann. Ursprünglich hatte mein Mann ja zugesagt, dass wir 2023 Weihnachten wieder einmal in der Schweiz verbringen werden. Weil einer seiner Söhne aber genau vor Weihnachten heiraten wollte war ich einverstanden, meine Pläne umzukrempeln. Nur so viel: die Hochzeit ist wieder verschoben…

Ich weiss, ich weiss: ich habe mich schon oft über das Wetter beklagt. Aber momentan nimmt es Ausmasse an, die ich fast nicht mehr aushalte. Es ist ein Fakt, dass unser Schlafzimmer keinen Durchzug hat und nur einen Deckenventilator. Ich habe einen Ventilator aus der Schweiz im Container mitgeschickt, weil ich ihn in der Schweiz nicht brauche. Das Praktische: er hat eine Temperaturanzeige. Das Schlimme: er hat eine Temperaturanzeige. Und die sagt, dass es 31 Grad ist und selbst nach einer Nacht mit zwei Ventilatoren auf beiden Seiten des Bettes und einem Deckenventilator wird es kein Grad kühler, da ja wortwörtlich die heisse Luft rezikliert wird…

Es ist einfach hässlich, wenn du inmitten der Nacht im eigenen Saft aufwachst. Irgendwie juckt es mich überall: an den Haaren, an den Moskitostichen und einfach überall… Das Wetter spielt echt verrückt. In den letzten Monaten war hier wirklich Ausnahmezustand: es wurden ganze Brücken weggeschwemmt. Neue Strassen existieren bereits nicht mehr und sind zu Bächen geworden. Die Lehmhäuser von unzähligen Menschen sind weggespült worden, sie haben keinerlei Obdach mehr. Also für einmal hat es nicht nur zu viel Sonne aber auch zuviel Regen. Nicht alles Hakuna Matata.

Und ich finde momentan fast keine Möglichkeit, mich positiv zu motivieren. Einerseits ist dies bestimmt, weil ich kaum klar denken kann. Mein Kopf ist wie in einer Art Watte gepackt und ich höre grad nur die negativen Dinge überall raus. Ich habe mich sogar mit Blog schreiben zurückgehalten, weil ich ja nicht wie eine Jammertante daherkommen möchte. Mein Gesicht ist wie aufgedunsen, durch die Hitze habe ich diverse Ausschläge und nur schon wenig Bewegung stürzt mich in ungekannt Hitzewallungen. Von wegen Frisur: schlichtweg unmöglich. Kann mir jemand sagen, warum das Ding bei Coiffeur Ebneter «Klimazone» heisst? Nicht mal dort habe ich so heiss. Aber ich suche und suche die positiven Seiten dieses Lebens weil ich mich das gewohnt bin. Es sind ein paar Lichtblicke da, aber die sind noch etwas zu weit entfernt als dass ich mich bereits darauf freuen könnte. Es trägt nicht gerade zur allgemeinen Stimmung bei und ich will auch kein Mitleid von euch. Auch für Peter ist es nicht einfach, denn er versucht ja einiges, um mein Leben angenehmer zu gestalten. Nur momentan können alle um mich herum alles versuchen und ich kann einfach nicht positiv motiviert werden. Eine Variante könnte noch Schlafen sein, aber versuch mal tagsüber bei stickender Hitze zu schlafen mit viel Lärm rundherum – das ist also auch keine Option. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, es sei zu heiss um noch Motivationstrainern zuzuhören. Ich habe jetzt auf jeden Fall schon mal die Bettdecke gegen eine Kühldecke ausgewechselt, die ich mal importiert habe und auch das Kissen hat eine kühle Seite. Dann habe ich auch noch eine Kühl-Unterlage und ein Kühltuch, das ich um den Nacken lege und das nach 10 Minuten schon wieder trocken ist. Warum sind eigentlich all die Sachen hellblau?

Soll das die Temperatur reduzieren oder mindestens suggerieren, dass es kühler ist weil hellblau und nicht pink? Das hilft alles ein bisschen, aber halt nur ein bisschen. Ich überlege mir, eine Klimaanlage zu installieren, aber die ist sauteuer und es findet sich in Jaribuni jetzt nicht gerade ein Techniker, der das könnte. Und wenn schon, dann müsste ich zwei von den Kästen haben, damit ich mich nicht die ganze Zeit im Schlafzimmer aufhalten muss… Vielleicht hat ja jemand, der diesen Blog liest eine Idee – gibt es auch portable Air Conditioner, damit ich nichts fix installieren muss…

Nochem Rägä chunnt dSunne aber die will ich momentan grad genau nicht sehen. Ich hoffe auf Zeiten, in denen ich zurückschaue und über all das lachen oder mindestens besser verstehe, weshalb ich da durch “musste”…

#toohotforme

Das habe ich geschrieben, bevor wir die Weihnachtsfeier des College gefeiert haben. Und der Lichtblick ist da – ich mache den Blog aber nicht länger als notwendig und berichte im nächsten über etwas Positives, das definitiv gekommen ist…

Hörs dir auf Schweizerdeutsch an:

Listen to my story in English:

Super Service

Ich weiss auch nicht weshalb ich über mehrere Jahre einen Denkfehler gemacht habe aber immer wenn ich jemanden gefragt habe, ob sie mich zum Bahnhof bringen können habe ich für St.Gallen gefragt, weil ich ab Rorschach Stadt zum Flughafen dort umsteigen muss. Ich will aber meine Freundschaften nicht überstrapazieren und plötzlich kam mir in den Sinn, dass ich ja auch ab Rorschach Hauptbahnhof fahren könnte. Dann ist ein Taxi auch nicht so teuer. Ich rufe früh genug an und erwähne, dass ich Hilfe brauche bis zum Perron. Kein Problem wird mir versichert. Ich bringe meine zwei 23-Kilo schweren Koffer, das Boardcase und meinen Rucksack rechtzeitig runter. Der Taxichauffeur macht keine Anstalten mir zu helfen. Erst als ich ihn darum bete steigt er zum Taxi aus und meint sofort: au das ist viel zu schwer, da müssen sie schon mithelfen – was ich mache. Er macht dann auch gleich klar, dass er überhaupt keine Zeit habe bis zum Gleis mitzukommen. Er fahre mich zum Lift und von dort aus lande ich direkt auf Gleis 4 wo die Schnellzüge fahren. Da dieser Lift aber auf meinem Standard Spaziergang liegt weiss ich, dass das nicht stimmt. Von dort muss ich die Koffer doch noch selber aufs Gleis fugen. Nein, da sei ich falsch gewickelt – der Lift halte dort. Vielleicht gibt es da noch einen Magic Zugang so wie bei Harry Potter oder in anderen Fantasiefilmen?

Dann fängt er an zu fragen, weshalb ich so viel Zeugs habe, das sei ja unmöglich. Wie denn das gehen soll bis zum Flug? Ich versuche zu erklären, das ich das schon oft so gemacht habe und als er mit Stänkern nicht aufhört sagte ich ihm ganz deutlich: jetzt hören sie mir Mal zu: ich habe ein Taxi bestellt und bezahle es auch weil ich Hilfe erhofft habe. Mein Gepäck zu kommentieren geht sie grad mal überhaupt nichts an. Fahren sie mich jetzt einfach zum Bahnhof und behalten sie ihren Kommentar für sich. Dann meint er: Ich wette, sie haben auch noch Schokolade und Raclettekäse mit dabei! Und so antworte ich: ja und Aromat und Zwetschgengonfi und Weihnachtsguetzli ebenfalls… und trotzdem geht sie das nichts an. Er findet mich wahrscheinlich eine doofe Schnepfe. Aber ich finde ihn frech und total im falschen Job. Da frage ich nächstes Mal lieber wieder eine Freundin und bringe ihr ein hübsches Geschenk mit. Ich bin sicher, die haben auch Fachkräftemangel, denn das ist definitiv keine Fachkraft. Wiedergut macht hat das eine sehr junge Frau, die mir ihre Hilfe schon fast aufdrängt und mich bis zum Perron begleitet. Vom Lift, der definitiv keinen Halt auf Gleis 4 macht. Im Zug drin treffe ich auf eine sympathische und sehr gesprächige Walliserin. Sie kommt grad von einem Kongress aus München mit dem Motivationscoach Jürgen Höller, an dem 37’000 Euro für sein Hilfsprojekt in Afrika gesammelt wurde! Vielleicht muss ich auch mal eine Grossveranstaltung machen!

Wir diskutieren alle Esoteriker (lustigerweise lauter Männer) und welche wir nicht mehr brauchen, weil es bei vielen am Schluss doch nur ums Geld geht. Wir finden sogar heraus, dass wir im Wallis gemeinsame Bekannte haben und die Zeit geht wie im Flug (auf dem ich allerdings noch nicht bin).

Ich habe im Restaurant Upperdeck reserviert und den «Geheimzugang» (schon wieder) via OZ erhalten für meinen riesigen Gepäckwagen. Bei Ethiopian ist leider weder Vorabend noch früher noch Online Check-In möglich. Dann beginnt eine angeregte Konversation mit meinen Freundinnen  die ganz pünktlich sind und bis wir wieder alle updated sind dauert es eine ganze Weile. Das Essen ist soweit ok aber der zwar freundliche Kellner ist eher eine Nervensäge. Jedes Mal wenn er vorbei läuft fragt er nach etwas und kaum haben wir den ersten Biss vom Salat gegessen kommt auch schon der Hauptgang. Wahrscheinlich ist er sich gewohnt, dass alle in Eile sind aber wir sind es nicht. Kurz vor dem Kaffee gehe ich mal aufs Display schauen und ich habe einen Schock: 20.45 und nicht 21.45 ist die Abflugszeit!!! Ich hatte es einfach falsch im Kopf, ja sogar im gestrigen Blog habe ich es falsch geschrieben und jetzt bricht grad Hektik aus, denn den Flug verpassen – das ist definitiv keine Option. Françoise bietet an meinen Teil zu bezahlen, die Umarmungen gehen razz fazz und ich begebe mich mit meinem Gepäck an den Schalter. Es ist fast niemand dort und ich wundere mich. Der Check-in geht schnell und ich bin bei den fünf letzten die noch abgefertigt werden. Jeder Koffer ist knapp 24kg und niemand fragt nach dem Handgepäck. Es hat also durchaus auch Vorteile, so spät dran zu sein… Die Flüge verlaufen absolut problemlos.  Von Zürich bis Milano ist der Flieger fast leer und von Milano nach Addis Ababa nur so voll, dass ich neben mir einen freien Platz habe auch wenn ich auf den Bildschirm neben mir schauen muss weil meiner kaputt ist.

Auch die Einreise in Kenia ist schnell und alle Koffer kommen an. Einzig der Kofferkontrolleur will mich noch stressen, weil man anscheinend nur 250 ml Parfüm mitnehmen darf. Ich hatte noch nie davon gehört und rede mich raus, dass Parfüm nicht dasselbe wie After Shave sei und dass ich es mir fürs nächste Mal merken würde. Und dann nützt es auch immer zu erwähnen, dass ich Leute in wichtigen Positionen kenne. Und diese wichtige Person wartet dann auch freudestrahlend bei der Ankunft und wir fahren – ausgerüstet mit frischem Passionssaft – bis zum Hotel in Diani, das ich für einen guten Preis gebucht habe. Und für eine Nacht und einen ganzen Tag geniessen wir ein ganz normales Paarleben, auch wenn Peter auf meine Fragen oft mit: „you are asking me a very difficult question…“ antwortet. Und die Fragen sind nicht einfach zu beantworten.

Am 3. Tag – ich habe ein paar Wetten gewonnen, die ich lieber verloren hätte – muss Peter aber tatsächlich zurück nach Kilifi, weil der Gouverneur gerufen hat und es unmöglich ist, da nein zu sagen. Als Politiker bist du in Kenia definitiv kein freier Mensch. Ich versuche mich zu akklimatisieren aber die Hitze ist wieder fast unerträglich, selbst in einem Hotel am Meer. Ich mache ein paar Fotos, beantworte noch ein paar Mails, esse, schlafe und geniesse die Ruhe „vor dem Sturm“. Wir verlängern eine Nacht, damit wir Peter’s Geburtstag feiern können und Peter auch noch seine Badehose brauchen kann – auch wenn er nicht gerne ins Wasser kommt – aus Liebe macht er es. Ich habe natürlich mit Ballonen und Deko für einen stimmungsvollen Geburi vorgesorgt und am Abend singt dann auch noch die Restaurant Crew ein Jambo Bwana und Happy Birthday. Die machen es ziemlich gut im Jacaranda Hotel. Sehr freundlicher Staff und sonst alles guter Durchschnitt (Essen, Unterhaltung etc.) und ein sehr guter Preis und ein besonders schöner Garten mit riesigen Baobab Bäumen.

Es war eine gute Entscheidung, zuerst diese Tage zusammen zu verbringen, denn die Probleme tauchen bereits vor der Abreise auf: in Marere warten bereits einige Herausforderungen auf uns… Aber davon dann zur entsprechenden Zeit mehr.

#happybirthdaypeter #jacarandahotel #difficultquestions

Do chasch de Blog au losä:

Listen to the Blog in English here:

Have yourself a merry little christmas

Ganz klar: ich bin ein «Weihnachts-Freak» und allerspätestens im Advent beginnt die Vorfreude auf diese Zeit. Also im Prinzip habe ich das ganze Jahr Weihnachten, denn ich wirke in Rorschach im Verein mit demselben Namen mit. Vor ein paar Jahren hat mich die Präsidentin Bea Mauchle (die Schwester einer KV-Lehr-Freundin) gefragt, ob ich nicht mitwirken würde. Sie wusste natürlich, dass meine Hausdekorationen in Arbon jeweils ziemlich legendär waren und ich einfach Freude an Weihnachten habe. Ich habe begeistert zugesagt und ich konnte mithelfen, ein paar Neuigkeiten im Bereich Social Media einzuführen und habe auch mein Netzwerk aktiviert für Künstler:innen, die im Advent Abend für Abend auf dem Lindenplatz auftreten. Seit Peter wieder ins Parlament gewählt wurde ist es für mich etwas schwieriger geworden, denn ich möchte so viel Zeit wie möglich in Kenia verbringen und so verpasse ich einige der Abende auf dem Lindenplatz, weil ich schon wieder nach Kenia fliege.

Für 2023 hat mir Peter aber versprochen, dass er – obwohl er nicht gerne kalt hat – eine Ausnahme machen würde und in die Schweiz kommt an Weihnachten. Vor allem auch, weil Weihnachten in Rorschach tatsächlich das 20-jährige Jubiläum feiert und wir das auch entsprechend zelebrieren möchten. Kaum hatten wir das so fix in unserem Kalender eingetragen kam die Nachricht, dass einer seiner Söhne genau an Weihnachten in Kenia heiraten möchte. Ja was soll ich da sagen: der Vater sollte da schon mit dabei sein und somit natürlich die «Stief-Mutter» (grässliches Wort) ebenfalls. Also habe ich diesen Vorsatz auf ein anderes Jahr vertagt. Die Entscheidung brauchte nicht allzu viel Überzeugungskraft, denn meine beiden Kids weilen ja auch in den USA und alleine am Weihnachtstisch zu sitzen hätten mir dann selbst inmitten der schönsten Deko keine Freude bereitet. Ich stimmt also ab mit dem sinGALLinas Konzert und buchte meinen Flug auf den 11.12.2023.

Ich gehe nicht in die Details aber die Heirat (es geht dabei nur um die offizielle Feier – das Papier ist schon längst unterschrieben) ist bis auf weiteres verschoben, denn auch die Geschwister können sich den Flug nach Kenia nicht einfach so leisten und während der Festtage sind alle Lokalitäten viel teurer. Ok, das hat mich jetzt schon etwas sauer gemacht – für mich ist ein Entscheid ein Entscheid – nicht so aber für Kenianer… Also wurde mein Adventsprogramm sehr gedrängt: Lindenplatz so oft wie möglich, damit ich meinen Anteil geleistet habe, Vorstandsessen von Pro Ganze – leider das letzte Mal in Michela’s Ilge in Arbon, dann hielt ich noch ein Seminar in Solothurn, wollte mir Riklin & Schaub ansehen und dann die zwei Auftritte mit den sinGALLinas am 6. und 10.12. ach ja und die Guetzlitauschbörse, die jetzt schon zum 16. Mal stattgefunden hat wollte ich auch nicht auslassen…

Nach 10 Jahren Pro Ganze Kenya Schweiz haben wir ein feines Nachtessen bei Michela in der Ilge Arbon sehr genossen

Ja und so scheint es von aussen, dass ich schon ein bisschen verrückt bin und einen stressigen Adventskalender habe (stimmt bei zwei Frauenadventskalendern mache ich ja auch noch mit) aber für mich stimmt es trotz allem: die wunderschönen Erlebnisse auf dem Lindenplatz, die lustigen Diskussionen danach im Schilte Sechsi, die glänzenden Kinderaugen am Samichlauseinzug und die emotionalen Konzerte mit so vielen positiven Rückmeldungen, die belebte Runde bei der Guetzlitauschbörse und alles drum und dran waren es wert, ein bisschen unter Zeitdruck zu kommen. Morgen treffe ich noch meine Zürich Freundinnen für ein frühes Nachtessen am Flughafen Zürich bevor ich dann um 21.45 in die Ethiopian Airlines Maschine einsteige und meinem Schatz entgegenfliege.

Ich hatte schon Wetten abgeschlossen, dass er ganz bestimmt nicht drei Tage mit mir am Strand verbringen könne, da es bestimmt schon wieder Ausnahmen geben würde. Aber selbst nachdem er mir mehrmals versichert hat, dass ich 100%ig buchen könne und ihn nichts davon abhalten könne, die Tage mit mir zu verbringen gab es gestern beim WhatsApp Telefon die Bestätigung: der Governor ruft am 14. Dezember alle zusammen die mit den Mijikendas etwas zu tun haben und es ist unmöglich, dass Peter da nicht mit dabei ist. Also werde ich den 2. Tag nach meiner Ankunft wohl alleine am Strand verbringen und ich kann nur sagen: Business as usual… Mein Mann ist genau so verrückt wie ich es bin. Ich mit Advent und Weihnachten und er mit Politik.

Wie die Story weitergeht erfährt ihr ab Morgen wieder in meinem Blog. Neu könnt ihr euch sogar auf eine E-Mail Liste setzen lassen, damit ihr keinen Eintrag verpasst. Einfach auf meiner Webseite die E-Mail Adresse eintragen und ihr kriegt eine Mail wenn die nächste Story parat ist. Und Stories wird es geben – das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Ich freue mich auf euer Mitfiebern, auf eure Kommentare und auch auf die vielen schönen Weihnachtsbotschaften, die wir auch virtuell austauschen können.

Have yourself a merry little Christmas – wo immer sie auch stattfinden wird.

Hier kannst du den Blog auch hören, z.B. während dem Guetzli backen…

Here you can listen to my blog in English

Kreativität ist ansteckend

In meinem vorletzten Blog-Beitrag habe ich darüber berichtet, wie mich die Kreativität aus einem Loch geholt hat und ich habe so viele Zuschriften gekriegt, dass einige von euch das Malen auch als Ventil nutzen um wieder ins Lot zu kommen – fast ähnlich wie Yoga. Bei mir ist es manchmal ja so, dass ich gerne die Kreativität noch mehr ausleben möchte aber auch in meinem Berufsleben keine Zeit dafür hatte. Aber so zwischendurch hatte ich immer wieder solche Phasen und mein Haus in Arbon war ja an Weihnachten schon fast legendär, weil es schon fast voll war mit Laternenbildern von oben bis unten. Dieses Hobby führe ich ja bei Weihnachten in Rorschach auch weiter. Aber schon früher habe ich mit meiner Mutter mit FIMO allerlei Schmuck gebastelt und wir haben dann sogar zusammen an Märkten einige Dinge verkauft. In Goldach hatte es mal einen so coolen Schmuckladen und dort habe ich auch gelernt viele meiner eigenen Ketten herzustellen. Meine Colombe ist ja in den USA auch kreativ tätig und macht ihren eigenen Schmuck, natürlich auch mit Beads, denn das hat ja dort auch Tradition. Da ich mir für die Kaya auch eigenen Schmuck herstellen möchte, der nicht 08/15 ist habe ich auch genügend Material eingekauft für unserer Tänzerinnen und mich selbst, damit wir da kreativ werden können. Ich habe auch so einen Bead-Loom, also einen Mini-Webstuhl gekauft, denn damit kann man schöne Armbänder herstellen. Als ich an Weihnachten beim Suchen nach Weihnachtsdeko zum selber machen auf etwas Cooles gestossen bin habe ich alle WC Rollen aufbewahren (lassen). Via Jumia konnte ich mir dann auch noch eine Heissleimpistole kaufen und so habe ich das „Aus WC Rollen Blumen machen“ Projekt umgesetzt. Vorerst nur mal eine – ich musste da recht zirkeln, bis es gehalten hat aber ich finde, dass es noch ganz hübsch aussieht.

Aber natürlich bin ich nicht die einzig Kreative und so hatte ich bereits letztes Jahr mit Dominic, unserem Gärtner, darüber gesprochen, dass er eben viel lieber Schmuck herstellen würde als nur immer zu arbeiten. Ich fand es ziemlich mutig, dass er mich darauf angesprochen hat und ich habe ihm aus der Landi ein ganzes Set zum Schleifen und Feilen mitgebracht. Ok, ich weiss jetzt, dass ich das bestimmt nicht teurer über Jumia hätte kaufen können, aber diese Erfahrung hatte ich nicht. Ich habe ihm jetzt auch ein paar Beads gekauft und auch Verschlüsse für Ketten und allerhand Werkzeug. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr er sich jetzt ins Zeug legt. Aus den geschlachteten Ziegen gerbt er sogar das Leder und hat jetzt einige sehr originelle Schmuckstücke hergestellt. Bei seinen Maskenfiguren aus Kokosnuss ist er noch nicht so happy, weil sie ihm noch zu bleich sind. Es sind quasi noch Muzungus aber er hatte halt noch kein Geld für die Farbe ich habe ihm dann ein paar Schillinge gegeben und habe ihn gelobt. Ich finde es einfach sehr cool, dass er plötzlich diese Ader ausgebaut hat und manchmal höre ich ihn spät in der Nacht, wie er noch am Fräsen und am Schleifen ist.

Es ist ja nicht so, dass das unbedingt notwendig wäre aber es tut einfach auch der Seele gut, etwas Kreatives zu machen und dann sagen zu können: das habe ich gemacht. Genau so verhält es sich ja auch mit der Musik und darüber habe ich bereits berichtet. Die beiden Gitarren werden bestimmt ganz viel Freude bereiten. Mbuche unsere Haushalthilfe ist ja auch in der Nähschule und sie freut sich über jeden Stofffetzen oder alte Kleider, die ich ihr gebe und die sie zu neuen Kreationen verarbeiten kann. Und Kreativität steckt auch wieder die anderen Menschen, etwas zu gestalten und zu zeigen, was ihnen noch schlummert. Ich freue mich sehr darauf, im Dezember zu sehen ist. Dominik meint übrigens, dass man diesen Schmuck auch bestellen kann. Er würde also gerne Bestellungen entgegen nehmen. Ich würde ihm Geld auch weiterleiten, falls ihm jemand einfach ein paar Fränkli twinten möchte. Einfach mit dem Vermerk „Dominik“ und ich schicke es ihm per Mpesa nach Kenia.

Auf meiner «Fototournee» für alle Kindergärten sind mir auch zwei sehr kreative Sachen aufgefallen. Zum einen muss wohl eine Lehrerin – weil sie keine andere Mittel hatte – die Buchstaben des Alphabets einfach aus Karton zugeschnitten haben und an die Decke gehängt haben. Und bei einem der schlimmsten Kindergärten, die ich gesehen habe traf ich auf einen Jungen, der ein sensationelles Fahrrad aus Holz gebastelt hat. Mich habe ja schon immer die kleinen Wägelchen fasziniert, die die Kinder hier oft basteln – aber das ist ein ausgewachsenes Fahrrad und es funktioniert. Er hat grad noch ein paar Süssigkeiten mehr von mir erhalten als kleine Belohnung. So etwas rührt mich echt.

Aber natürlich müssen auch die kreativen Schneiderinnen erwähnt werden, die immer die Kangas so zuschneiden, dass das Muster gut zur Geltung kommen und die Hairdresser, die so innovative Haare knüpfen und Häkeln und nicht zuletzt auch der Nachtwächter, der mich mit einem schönen Strauss überrascht und mir zusichert, dass er sich um meine Blumen kümmern würden, wenn ich dann endlich mal die Töpfe habe und sie bepflanze. Das dann für das nächste Mal…

Und in meinem Gepäck sind jetzt ganz viele der Korbtaschen, die ihr bei mir bestellt habt und natürlich wieder bunte Kanga Tücher, die ich auch für den Chor mitbringen, mit dem zusammen ich afrikanische Lieder singen werde am Sonntag, 24. September in St. Gallen. Die Kangas werden ein Farbtupfer sein und mich an meine andere Heimat erinnern.

Kreativität hat keine Grenzen und sie beflügelt.

#becreative #kreativitaethatkeinegrenzen

Hör dir den Blog auf Schweizerdeutsch an:

Listen to this Blog in English

Katzen und Kinder

Ich weiss, weshalb mir Renato Kaiser sympathisch ist: er geht auch nicht gleich gugu gaga, wenn er Kinder sieht, ich glaube sein neues Programm hat sogar ein paar ganz böse Bemerkungen zu Kindern drin und ich finde definitiv, dass man sich gut überlegen muss, ob man überhaupt Kinder will oder nicht. Was dann auch noch zum späteren Thema des Namens des Kindes passt.: https://www.youtube.com/watch?v=WAu-moZ2K6Q. oder auch hier: https://www.youtube.com/watch?v=-xQecHNz2vQ . Also so oder so: Renato hat ein neues Programm das „NEU“ heisst und ich werde es mir auf jeden Fall gönnen, denn sein Humor deckt sich ziemlich mit meinem.

Ich finde, es ist absolut kein MUSS und ich sehe hier in Kenia wie viele Leben viel schwieriger werden durch Kinder. Ich war eh noch nie so der Babytyp im Sinn von: ich kriege gleich einen Milcheinschuss, wenn ich ein Baby sehe (ich weiss ja nicht einmal was ein Milcheinschuss ist). Und es gibt einige Comediennes, bei denen ich abgehängt habe als sie Kinder kriegten und nur noch von ihnen erzählten, dazu gehören sogar mittelbekannte und bekannte Grössen Susanne Kunz, wie Pony M. und Hazel Brugger ja und sogar Michael Mittermeier. Wenn du keine Kleinkinder hast und nie welche hattest, dann interessieren diese Themen einfach nicht, selbst wenn sie lustig sind oder dich verständlicherweise als Eltern enorm beschäftigen. Aber zugegeben, es gibt Babies, die sind einfach viel herziger als andere. Und dann gibt es aber auch echt welche bei denen ich finde: ok, das ist jetzt wirklich einfach nicht schnusig. Aber logisch: Kinder sind unsere Zukunft, ich habe durch „meine“ Kinder mehr gelernt über mich selbst als ich das in jahrelanger Therapie hätte machen können und ich liebe sie über alles. Und hier in Kenia bin ich gerade dran, für Peter sämtliche ECDs (Early Childhood Development, also Kindergärten) abzuklappern und zu fotografieren und glaubt mir: da kriege ich Tränen, weil die Situation so furchtbar schlimm ist. Ich zeige dir hier nur 2 Beispiele aus den vielen Fotos, die ich gemacht habe:

Da muss was Gröberes passieren, denn es hat in Jaribuni 42 solcher Kindergärten, die teilweise in einem katastrophalen Zustand sind. Aber darüber werde ich noch intensiv berichten. Ich stelle gerade einen Rapport zusammen und hoffe, dass ich von gewissen Hilfswerken dafür auch einen Schub erhalten werde, wenn sie sehen, wieviel sie hier mit ihren Geldern bewirken können. Fast zeitgleich mit Blog schreiben hat mich gerade eine frischgebackene Primarlehrerin angefragt, ob wir ein Projekt haben, für das sie mit ihren Kindern sammeln könnte. Wir haben! Und wie viele! Ich freue mich, wenn es klappt.

Über meine diversen Kinderfreunde und Kinderfreundinnen habe ich ja schon berichtet. Den herzigen Kilian hatte ich wirklich schon so weit, dass ich mit ihm ein Selfie machen konnte. Aber jetzt sind gerade Semesterferien und so muss ich wahrscheinlich im Dezember wieder von vorne anfangen mit der Winketherapie.

Mit Katzen verhält es sich bei mir ebenso wie bei Kleinkindern: ich flippe nicht aus, wenn ich eine Katze sehe, ich möchte nicht gerade jede streicheln und ich finde sie sogar zum Teil recht lästig, wenn sie da so vor sich hinmauen und vor allem wenn sie mir abends am Tisch um die Beine streichen ohne mich vorgewarnt zu haben. Da kann ich schon mal einen Satz machen. Ich wollte in Marere nie Katzen haben, weil ich auch weiss, wenn ich sie dann mal doch gerne habe, dann wird es mir schwer fallen sie zurückzulassen.

Und so ein grosses WC!

Ja und jetzt ist genau das mit beiden Themen passiert: mein Enkel Lucious Malingi ist das süsseste Baby, das ihr je gesehen habt. So süss, dass ich ihm sogar einen kleinen Film widmen musste. Und ich fange jetzt nicht an, mich über den Namen zu nerven. Malingi hat er gekriegt, weil in der Shehe Familie jeder 1. Junge Malingi heissen muss und weshalb die Eltern ihn Lucious nennen möchten, darüber kann ich echt nur rätseln. Ich habe es ihnen übrigens auch gesagt. Ich überlasse es euch, eine Meinung dazu zu bilden. Meine ist gemacht: mit einem solchen Namen tust du niemandem einen Gefallen auch wenn ich das Kind zum Fressen süss finde. Erstens weil niemand weiss, wie man ihn ausspricht und zweitens weil die Bedeutung viel zu „eindeutig“ zweideutig ist. Ich umgehe das Problem jetzt, indem ich ihn einfach Malingi nenne und ich könnte ihn einfach nur knuddeln, verschmusen und falle sogar in eine Babysprache, von der ich immer behauptet habe, das würde mir nie passieren. Ich werde das kleine Superbaby wirklich sehr vermissen und ich verrate euch, dass ich sogar schon nach Strickmuster Ausschau gehalten habe, denn für ihn würde ich sogar ein altes Hobby wie Stricken oder Häkeln wieder aufnehmen und so meine Kreativphase fortsetzen. Wer also supertolle Strickmuster oder Häkelmuster hat: bitte her damit!

Eineinhalb Minuten Liebeserklärung an Malingi

Und ja, die Katzen mag ich besonders gut weil ich gehört habe, dass sie die zahlreichen Ratten, die wir hier haben (und die mir zum Glück noch nie über den Weg gelaufen sind) mit Vergnügen fressen. Daher sind sie auch wohlgenährt und kommen jetzt auch seltener an die Türe um zu betteln. Namen habe ich ihnen noch nicht gegeben, aber was nicht ist, kann noch werden. Vielleicht nenne ich eine der Katzen Lucious.

Und ja: ich liebe Hunde trotzdem auch sehr – aber sie machen uns einfach zu abhängig und das hält mich dann auch davon ab einen zu haben. Ein paar Freundinnen von mir können dazu ein Liedlein singen.

Unter dem Strich: ich mag Babies und Katzen ab sofort sehr!

#ilovebabies #ilovecats #ilovedogs #iloverenatokaiser

Los min Blog uf Schwiitzertüütsch

Listen to the blog in English:

Starke Frauen egal in welchem Alter

Nachdem ich gerade den Final der Frauen World Cup 2023 geschaut habe und mich mit Spanien gefreut habe machte ich mir viele Gedanken über starke Frauen.

Unsere wunderbare Mamush

Sylvia Fuhrer-Wüthrich

Gerade kürzlich ging mir nämlich durch den Kopf, dass meine Mutter, als wir 1996 die beiden Kinder meiner Schwester in die Schweiz holten, so alt war, wie ich heute, nämlich 63 Jahre! Irgendwie kann man erst nachfühlen, wie es ist, wenn man selber in diesem Alter ist. Ok, meine Mutter war nie gerne alleine und ich bin sicher, dass sie Angst davor hatte ganz alleine zu sein. Vor allem mit einer Tochter wie mir: ich war ja wirklich permanent unterwegs. Aber zwischen nicht gerne alleine sein und für zwei Kinder mit 6 und 9 Jahren verantwortlich sein ist dann doch ein grosser Unterschied. Und ich gebe zu, ich war nicht immer sehr nachsichtig mit ihr. Ich habe sie schon auch ab und zu gepusht und zu mehr angespornt als sie sich von sich aus zugetraut hatte, denn ihr Selbstwertgefühl musste definitiv noch aufgebessert werden aufs Alter. Wenn ich denke, dass ich jetzt, heute diese Entscheidung fällen müsste, da wird mir fast schwindlig. An einem Zeitpunkt im Leben, an dem man auch denken könnte: so jetzt habe ich mir aber auch etwas Ruhe verdient. Jetzt würden noch zwei Kinder in dem Alter in mein Leben kommen und ich müsste für sie Verantwortung übernehmen, schauen, dass sie Hausaufgaben machen, mit zu Schulbesuchen, aushalten wenn sie laute Musik spielen, wenn sie kiffen, wenn sie klauen, wenn sie einander verhauen, wenn sie Mist bauen… Schwierig. Aber natürlich auch schön mit ihnen zu spielen, mit ihnen zu musizieren, mit ihnen an Sport- und Musikveranstaltungen und auf schöne Ferienreisen zu gehen. Aber ich weiss wirklich nicht, wie ich entscheiden würde. Ich habe zwar immer gesagt, dass ich eine Frau für ältere Kinder bin und insofern war ich auch happy, dass ich nicht durch die Wickelphase hindurchmusste sondern Kinder erhielt, die bereits gerne ins Museum gingen, mit denen ich tolle Ferien machen und mich unterhalten konnte. Und trotzdem – jetzt wo ich selber im Alter meiner Mutter von damals bin steigt mein Respekt für sie nochmals um ein Vielfaches. Ich hoffe, sie liest diese Zeilen mit, denn sie hat es nur verdient, dass sie meine Anerkennung auch verspätet nochmals ganz deutlich zu spüren kriegt. Ich habe es ihr zwar auch oft gesagt, als sie noch gelebt hat: sie hat allerhöchsten Respekt verdient.

Mis Gotti an meiner Taufe 1959

Helene Meyer

Diese Woche habe ich einen Anruf von meiner Gotte bzw. von ihrer Tochter erhalten. Sie war eine gute Freundin meiner Mutter und ich habe sie noch regelmässig besucht in Wettingen, wo sie in ihrem hübschen Haus mit den weissen Blumen (da kam keine andere Farbe rein) gewohnt hat. Leider wurde ihr Gesundheitszustand immer schlechter und als ich sie das letzte Mal Ende Mai besucht habe dachte ich mir: so macht das Leben wirklich keinen Spass mehr. Sie war dauernd müde, hatte zu ihren diversen Gebrechen auch noch die Diagnose MS erhalten und sie fühlte sich überflüssig auf dieser Welt. Sie war früher viel gereist, war eine richtig schöne Frau, so im Stil einer Sophia Loren und sie war mir immer ein Vorbild, wie man stilvoll altern kann. Aber eben – jetzt war das irgendwie gar nicht mehr möglich und bereits nach einer halben Stunde meinte sie, dass sie sich jetzt wieder hinlegen müsse. Ich hatte Verständnis und dachte innerlich, dass es wohl besser wäre, wenn sie bald von ihrem Leiden erlöst würde. Und da kam vor ein paar Tagen der Anruf ihrer Tochter, mit der ich abgemacht hatte, dass sie mich benachrichtigen müsse, wenn etwas mit ihrer Mutter passiert. Die Nachricht war aber nicht, dass sie gestorben sei, sondern dass sie sich entschieden habe, den Zeitpunkt ihres Todes selber zu wählen mit Exit. Der Familie passte es aber nicht in den Kram, weil doch gerade noch dies und jenes anstehe und auch noch die Badenfahrt sei etc. etc. Ich kann verstehen, dass man da mitreden wollte aber man muss diesen Wunsch auch einfach akzeptieren. Wäre sie „einfach so“ gestorben, dann könnte man auch nicht sagen, dass man noch dies und jenes vorhatte. Ich entschloss mich dann, sie noch anzurufen und sie allenfalls umzustimmen, damit ich sie nochmals sehen kann. Als ich ihr aber sagte, dass ich am 24. August fliegen werde meinte sie nur: ja dann werde ich nicht mehr auf dieser Welt sein. Wir führten noch ein sehr tiefgründiges Gespräch und ich versicherte ihr, dass sie sich nicht zu fürchten habe und sie vielen Seelen wieder begegnen würde, die sie auf dieser Erde vermisst hatte. Irgendwie sah ich sie bereits, wie sie mit meiner Mutter, meinem Vater und meiner Schwester und ihrem verstorbenen Mann, der ein so fröhlicher Mensch war, zusammensass und auf uns herunterschaute mit Freude. Ich hatte also auch gar nicht mehr im Sinn, sie umzustimmen und wünschte ihr eine schöne letzte Reise. Und ja klar, ich hatte einen grossen Kloss im Hals und ich sass eine ganze Zeit weinend da aber ich fühlte auch, dass es ganz stimmig war so.

Es sieht nicht bequem aus

Unbekannte Namen

Und auch hier in Kenia gibt es so viele Frauen, die ich extrem respektiere. Angefangen von den zächen Weiblein, die hier überall mitarbeiten: die Steine und Wasserbidons auf dem Kopf tragen, in der grössten Hitze Gräben bauen und ohne Murren die schwersten Lasten herumtransportieren für ein paar Fränkli im Tag. Viele von ihnen haben fast keine Unterstützung von Männern: entweder saufen sie oder sie haben sie gänzlich hocken gelassen. Daher bin ich auch richtig froh, dass wir die Kinderkrippe am Marere College installiert haben. Es hilft mit, dass die Frauen ihre Selbstständigkeit wieder finden.

Naomi Cidi

Über Naomi Cidi habe ich auch schon berichtet: sie sieht mir irgendwie ähnlich von Form und Charakter: sehr selbstständig, sehr unternehmungslustig und mit einem guten Geschmack. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und äussert sich an einer Veranstaltung ohne irgendwelche Ängste, dass man ihr Übel nehmen könnte, was sie sagt. Bereits 77 ist sie und lebt alleine in einem Haus, dass sie so eingerichtet hat, wie es ihr gefällt. Und sie sagt, dass sie kein Wasser brauche, wenn sie genügend Wein hat. Einfach ein Pfundsweib. Sie hat auch das Business mit den Korbtaschen aufgebaut und es ist mir eine Freude, sie dabei unterstützt zu haben. Da sie sich auch sehr für die Mijikenda einsetzt haben wir auch dort noch eines gemeinsam. Sie ist zwar eine absolute Diva und kommandiert auch gerne mal rum aber ich glaube, bis in 10 Jahren bin ich das dann auch und werde es sogar geniessen, eine zu sein. Sie hat mich nicht gerade glücklich gemacht, als sie mir sagte, dass ich noch warten müsse mit meinem Traumhaus bis Peter nicht mehr in der Politik sei aber vielleicht werde ich ihr gerade diesbezüglich auch widersprechen oder ihr beweisen, dass es doch geht.

Helene Bodenmann und Vreni Müller und Ingeborg Schmid

Wenn ich von der Altersgruppe spreche muss ich natürlich auch Helene Bodenmann in der Schweiz erwähnen. Ich bin ja sonst fast lieber mit jüngeren Menschen zusammen aber bei Helene spüre ich nicht mal den geringsten Unterschied. Unternehmungslustig, kulturinteressiert, modisch, frech und und immer noch mitten im Leben – auch wenn dann nächstes Jahr wieder ein runder Geburtstag ansteht. Und genau so ist es mit Vreni Müller, eine Freundin aus den Kuoni Zeiten, die genau 10 Jahre älter ist als ich. Sie macht immer noch Beratungen für Südamerika-Reisen, jettet in der Welt herum und führt ihr Business Otromundo Reisen mit voller Begeisterung und interessiert sich genau so wie ich für verschiedenste Ausstellungen. Dann darf auch Ingeborg Schmid nicht fehlen: sie ist zwar bescheiden aber genau das macht sie auch aus. Sieben Jahre älter als ich, supergescheit, singt wie ein Engel in diversen Chören, hat aufs Alter ihren Stil gefunden und wandert mir um die Ohren. Ich habe einen Schlüssel von ihrer Wohnung in Zürich und darf jederzeit dort übernachten (also wenn sie nicht gerade einen Lover zu Besuch hat). Ich bin bestimmt nicht am Ende mit meinen Aufzählungen und sicher kommen mir dann noch ein paar in den Sinn, bei denen ich denke: Mist, die hätte ich unbedingt auch noch erwähnen sollen, aber ich beschränke mich jetzt einmal auf die älteren Semester.

Pamela Kiami

Ausser Pamela, die muss ich noch erwähnen. Sie ist vor ein paar Wochen nach Jaribuni, Kauma beordert worden als DCC (District County Commissioner), das ist der verlängerte Arm des Präsidenten, also quasi die Staatspolizei. Sie hat zugegeben, dass es nicht wie eine Beförderung klang auf den ersten Blick. Sie kommt aus der Gegend von Naivasha, das ist in der Nähe des Lake Nakuru. Kilifi hat sie grad noch so knapp gekannt aber Kauma? Marere? Jaribuni? Als sie gesehen hat, wo es sie hin verschlagen hat lag sie abends auf dem Bett und dachte: ums Himmels Willen, was soll ich hier? Das halte ich nicht lange aus mit meiner Familie so weit weg. Sie hat einen Mann und zwei Kinder im Alter von 16 und 21 Jahren. Voller Verzweiflung habe sie ihren Vorgänger angerufen und ihn gefragt: wo auf Erden hat es in dieser verlorerenen Ecke der Welt Leute, mit denen ich mich austauschen kann? Und er hat ihr gesagt: geh zum MCA, denn das ist die einzige vernünftige Person in der Gegend. Und so ist sie bei uns aufgetaucht, Peter hat sie gleich an eine Beerdigung mitgenommen und am Abend habe ich sie in meinem Mudzini kennengelernt. Ich wusste gleich: das ist eine toughe Frau, die etwas im Leben erlebt hat. Unser Humor, unsere Art zu denken hat sich sofort gedeckt. Wir haben am ersten Abend schon gelacht (ok, wir hatten auch schon ein paar Gläser Wein) und dann fragte ich sie: wenn du dich zwischen zwei Paar Schuhen entscheiden musst: welche nimmst du dann? War ihre Antwort: natürlich beide. Und ich wusste: sie ist eine Waage und sie bestätigte mir, dass sie am 27.9. geboren ist. Von da an begann eine ganz tolle Freundschaft. Sie kommt oft vorbei – manchmal auch zu Unzeiten – aber ich kann nachvollziehen, dass wir hier ihre einzigen vernünftigen Gesprächspartner sind. Alleine von ihrem Rang her kann sie sich sonst nicht mit Jedermann/Jederfrau unterhalten und bis vor ein paar Tagen war sie ohne Auto in Jaribuni, weil der letzte Chauffeur das Auto zu Schrott gefahren hatte. Sie ist etwas über 40 und hatte schon mit brutalen Schicksalsschlägen zu kämpfen. Ihre Tochter hat sich vor etwas mehr als einem Jahr umgebracht und als Mutter hat man da immer Gewissensbisse. Aber hier steht sie: in Uniform und sie steht ihre Frau. Sie hat gerade dieses Wochenende die ersten Leute verhaften lassen, die hier „Disco Matanga“ machen, das sind die Discos, die sie vor und während der Trauerfeiern laufen lassen und die keinerlei Schlaf zulassen. Ich kann mir vorstellen, wie blöd die aus der Wäsche geschaut haben, als sie ihre Polizisten vorbei schickte. Es haben an ihrem Vorstellungsanlass zwar alle geklatscht als man davon gesprochen hat, dass diese Discos ab sofort verboten seien aber niemand hat gedacht, dass man das durchziehen würde. Und so guckten die Verhafteten ganz blöd drein aber ich verdanke Pamela, dass ich wieder gut schlafen kann am Wochenende. Sie hat jetzt ein eigenes Auto und kann auch Mal Bekannte in Kilifi oder in der Nähe besuchen und ihre Familie war kürzlich auch zu Besuch und wir haben uns köstlich unterhalten.

Für Peter ist es natürlich fantastisch, dass er gut mit ihr auskommt, denn die beiden können sich gegenseitig helfen. Peter mit seinen Informationen auf dem County Level und sie mit allem, was sie über die Staatsaufgaben weiss. Bis 2027 soll ja Kauma auch eine eigene Constituency werden (also so wie Ganze) und bis dahin gibt es noch viel zu tun. Sie wird es anpacken und dort Hilfe holen, wo sie Hilfe kriegen kann. Ich verneige mich vor ihr und freue mich schon, bis ich sie im Dezember wieder sehen werde. An ihrer öffentlichen Einladung habe ich zu ihr gesagt: Willkommen in meiner Heimat – und ich erwarte, dass du mindestens fünf Jahre bleibst. Das fanden alle sehr lustig – selbst ich und es ist die ganze Wahrheit. Die richtigen Freunde und Freundinnen zu haben gehört zum Wichtigsten im Leben. Die Familie kann man sich nicht aussuchen und die benimmt sich manchmal auch ganz kurlig: aber seine Freundinnen und Freunde sollte man mit Bedacht wählen.

Alle Freundinnen

Auf alle meine tollen Freundinnen – egal in welchem Alter. Sorry, wenn ihr noch nicht auf der Liste seid: dann kenne ich euch nicht so gut wie die hier erwähnten und ich habe auch nicht meine Adresskartei durchgescannt – aber mein Blog betrifft alle coolen Freundinnen. Ich ziehe meinen Hut vor euch und freue mich, wenn wir diese Welt zusammen besser gestalten können. Was ich beim Schreiben auch bemerkt habe ist, dass alle diese Frauen Dinge gemeinsam haben: Stil, Lebens- und Liebensfreude, Verkraftete Schicksalsschläge ohne zu hadern und eine Grosszügigkeit, die ihresgleichen sucht. Zudem trinkt jede auch Mal gerne ein Gläschen oder zwei, die meisten sind noch interessiert an einer Partnerschaft und es schert sich keine drum, wie alt sie gemäss Geburtsurkunde ist: Alter ist wirklich nur eine Zahl im Kopf.

So gehe ich auch durchs Leben, bis jemand auch von mir sagen kann, dass ich ein Vorbild war oder bin.

#alteristimkopf #aufallefrauen

Do chasch min Blog lose uf Schwitzertüütsch:

Here you can listen to my blog in English:

Kreativität kann Leben retten

Witzig: ich kenne Miguel Schwendener nicht besonders gut. Ich habe ihn mal an einer Party einer Freundin kennengelernt und dann ein bisschen mitverfolgt, wie er mit diesen freien Gewichten bei www.street-workout.com arbeitet. Natürlich mega beeindruckend, was er da körperlich gemacht hat und ich bin definitiv nicht abgeneigt von Mukis – verdammt er hatte wirklich einen sagenhaften Body. Er war mit seiner Show-Truppe auch mal an einem Raiffeisen Fest und ich weiss noch, dass mir niemand geglaubt hat, dass ich ihn kenne. Sie dachten vielleicht: jetzt übertreibt sie aber (vor allem weil ich ein Wonderwoman Kostüm trug hahaha) als ich dann kurz mit ihm geplaudert habe glaubten sie mir doch.

Plötzlich hat Miguel in den Sozialen Medien begonnen zu schreiben, dass er anscheinend eine schwere Zeit hinter sich hatte und eine Sinnkrise, vielleicht sogar Depressionen und dass ihm das Malen geholfen hat, da rauszukommen. Miguel ist ursprünglich aus der Dominikanischen Republik und als ich gesehen habe, wie enthusiastisch und farbenfroh er diese Bilder malt war ich völlig begeistert. Er stellt sie übrigens auf Instagram und https://www.instagram.com/fino_swiss/ aus.

Was viele von euch nicht wissen und ich nur ein paar Eingeweihten erzählt habe: mir ging es vor meiner Abreise in der Schweiz überhaupt nicht gut. Ich finde es wichtig, gerade auch über solche heikle Themen zu berichten und sie nicht für sich zu behalten. Vielleicht helfen meine Erfahrungen auch anderen, eine Krise zu überwinden und es muss nicht immer alles kitschig schön sein nach aussen. Aber daran seid ihr euch in meinem Blog ja schon gewöhnt.

Ich glaube, ich hatte die grösste Lebenskrise meines Lebens. Meine hart abgespeckten Kilos waren zurück (und wahrscheinlich noch ein paar dazu) mein Traum von einer akzeptablen Kleidergrösse war geplatzt, ich hatte überall Schmerzen, ich war lustlos und auch wenn ich ein paar ganz tolle Aufträge hatte so musste ich mich richtig aufraffen, sie zu erfüllen. Unter Leuten ging es einigermassen aber zuhause kam ich aus dem Grübeln fast nicht mehr heraus. Mein Hirn drehte irgendwie im Leeren. Ist es das jetzt gewesen mit meinem Leben? Mache ich wirklich das Richtige mit Kenia, mit Peter, mit meinem Leben? Es gab Tage, da wollte ich einfach nur schlafen aber selbst das fiel mir schwer, weil es in meinen Beinen zuckte und ich Schmerzen hatte an meinen Fusssohlen. Ich war wirklich fast verzweifelt und auch wenn ich gute Ratschläge hier und dort erhielt: ich konnte mich einfach nicht mehr aus diesem Loch rauskriegen. Ich hörte zwar wunderbare und inspirierende Bücher und las auch viele positive Dinge von Joe Dispenza über Eckhart Tolle bis zu Michael Singer und Oprah Winfrey. Ich konnte es auch nicht fassen, dass ich, die ich so oft eine Inspiration für andere bin, plötzlich in so ein Loch fallen konnte. Nicht einmal Dinge, die sonst immer ein grosser Aufsteller waren machten mir so richtig Freude. Ich hangelte mich einfach durch die Tage. Ich war schon so weit, dass ich mir vom Hausarzt Psychopharmaka verschreiben liess. Er meinte, das grösste Problem sei, dass die Medis meistens auch noch dick machen – ja und davon wollte ich jetzt gar nichts hören. Ich versuchte, Peter nicht allzu fest zu beunruhigen, denn er hatte ja auch genügend Probleme am Hals in Kenia aber er spürt es halt auch einfach so, wenn es mir nicht gut geht. Ich sagte aber zu meinem Hausarzt, dass ich die Pillen nach Kenia mitnehmen werde und dann einen Monat vor Rückreise entscheiden werde, ob ich sie nehme oder nicht weil es anscheinend so lange geht bis sie Wirkung zeigen.

Und ich kann heute zum Glück sagen, dass ich sie nicht schlucken werde. Hier in Kenia habe ich wieder eine Ader in mir entdeckt, die ich fast allzu stark lahmgelegt hatte: meine Kreativität. Ok, Blog schreiben kann man auch kreativ nennen: aber ich wollte endlich wieder einmal etwas mit meinen Händen gestalten. Und insofern war Miguel ein Vorbild für mich.

Ich hatte Peter vor meiner letzten Abreise damit beauftragt, einen Sitzplatz für mich zu bauen und er hat mir regelmässig updates geschickt.

Als ich den hübschen Sitzplatz sah, den Peter für mich bauen liess, war ich schon darüber sehr happy. Nicht alles daran war perfekt, aber er war grösser, als ich ihn mir vorgestellt hatte (und auch teurer, aber lassen wir das) . Wir konnten endlich zusammen draussen frühstücken, wir luden Freunde ein, wie erholten uns auf den Beachbetten, ich arbeitete ein bisschen draussen an der frischen Luft und ich liess mal vorsorglich die ganze Wand weiss streichen.

Plötzlich inspirierte mich diese weisse Wand zu einem Projekt. Ihr kennt mich: lieber klotzen statt kleckern und so entschied ich mich, die ganze Wand zu bemalen. Ich kenne mich ein bisschen mit Procreate auf dem iPad aus und so entstanden die ersten Entwürfe, wie ich die Wand gestalten könnte. Ich machte auch eine kurze Umfrage auf Facebook und erhielt ein paar witzige Antworten: so zum Beispiel von Olivia, die sich etwas Graphisches vorgestellt hatte. Ich selber wollte eine bunte Blumenwand aber plötzlich fand ich dann auch, dass es etwas kenianischer sein sollte und das Thema Regenbogen tauchte ebenfalls auf, wie meine geliebten Baobab Bäume. Und so entstand eine Mischung aus afrikanischen Mustern, einem Sonnenuntergang und einem Baobab Baum. Das ganze projizierte ich mit dem Beamer an die Wand und begann dann, alles in langwieriger Einzelarbeit zu zeichnen und vorzubereiten. Die Farbsuche war auch nicht besonders einfach, denn in Kilifi kriegt man wirklich fast nichts. Jumia kannte ich noch nicht und so besorgte man mir in Mombasa das notwendige Material. Plötzlich kam mir auch noch in den Sinn, dass ich einmal Pinsel für ein anderes Projekt aus der Schweiz mitgebracht hatte. Ich entschied mich für Acrylfarben, denn damit hatte ich ja auch schon Malerfahrung in meinem Selbstfindungsworkshop mit Aviva Gold gemacht in „Painting from the Source“.

Und von jetzt an verbrachte ich Stunden in meinem kleinen Gärtchen und zeichnete und malte vor mich hin. Ich hörte sehr inspirierende Hörbücher, mal hörte ich kenianische Hip Hop Musik, dann wieder SRF3 und natürlich auch immer wieder mal Sam Himself und Marius Bear. Ich hatte immer wieder Beobachter:innen und die meisten konnten nicht glauben, dass jetzt Mama Kaya auch noch eine „Artist“ ist. Es hatte etwas sehr meditatives an sich und diese kreative Arbeit brachte mich langsam aber sicher wieder in die Normalität zurück. Ich hatte etwas Grosses gewagt, das ich noch nie gemacht hatte, ich nahm mir Zeit einfach für mich. Ob das nun Sinn machte oder nicht – unterm Strich war es für mich die beste Therapie. Und ihr könnt euch vorstellen, wie stolz mein Peter wieder einmal auf mich war. Es war einfach das Beste, was ich mir antun konnte. Nicht immer nur Dinge tun, die unter dem Strich „etwas bringen“ wie Geld und Ruhm. Ich wollte unbedingt noch ein Wort oder einen schönen Spruch hinschreiben. Peter schlug vor, dass ich ein Kauma Wort wähle: Mudzini. Es bedeutet „Home“ oder „Zuhause“. Ich lachte ihn aus und meinte, dass er mich wohl bestechen oder reinlegen wolle. Wenn ich das mein „Home“ nenne, dann werde ich kein Haus mehr wollen, weil mein Heim ja hier ist aber er verstand meinen Scherz und versprach, dass wir eines Tages auf jeden Fall noch unser eigenes Haus haben werden. In der Zwischenzeit gebe ich aber zu, dass genau dieses Mudzini dazu beigetragen hat, dass ich mich jetzt hier mehr und mehr zuhause fühle. Danke Miguel für deine Inspiration. Du hast nicht nur Mukis sondern auch ein riesengrosses Herz. Und in der Zwischenzeit konnten wir im Mudzini schon so viele Gäste begrüssen und Feste feiern, dass es sich wirklich wie ein Zuhause anfühlt.

#mudzini #mudziniishome #thankyoumiguel

Blog auf Schweizerdeutsch hören:

Listen to the blog in English:

Einfache Veränderung – grosse Wirkung

Manchmal wird man betriebsblind. Das geht mir hier in Marere oft so. Ich hatte ja von Anfang nicht gedacht, dass ich so lange in Marere bleiben würde und daher war es mehr so ein Ort an dem ein paar Wochen meines Jahres verbrachte. Dass die Einrichtigung so zusammengewürfelt war entstand durch das Zügeln unserer Möbel von Nairobi nach Marere. Es waren eher City-Möbel aber was soll’s: es waren die einzigen, die wir hatten. Dazu noch alle holzwurmzerfressenen Kästen aus Peter’s Kilifi Haus, die aber wenigstens farblich zum Ganzen passten. Die Böden waren auch aus Restplatten zusammengesetzt usw. usf. Und es gab auch einzelne Teile, die mir richtig gefallen, nämlich unser schönes Bett mit dem Moskitonetz oder unser Esstisch: währschaft mit bequemen Stühlen.

Zum Glück hatte ich vor einem Jahr die Idee, dass ich die Küche auslagere. Seither muss man nur noch an meinen Kühlschrank aber gekocht (spricht mit allen Düften und Geschnorr) wird nur noch in der Küche, ausser, wenn ich einen Kuchen backe oder die Nachos präpariere. Beides sehr angenehme Dinge.

Mohammed macht seinen sensationellen Chabis

Schon als ich letztes Mal wieder in die Schweiz geflogen bin habe ich Peter in Auftrag gegeben, dass er mir einen Sitzplatz bauen lässt. Darüber folgt dann noch ein separater Blog. Als ich aber so auf diesem neuen Sitzplatz sass stach mir plötzlich die absolut hässliche Verkleidung unserer Wasserpumpe ins Auge. Sie war mir natürlich vorher schon negativ aufgefallen aber wie gesagt: ich dachte gar nicht gross darüber nach. Jetzt wollte ich aber plötzlich, dass auch das schöner aussieht und ich beauftragte unseren Hausbaumeister damit. Er war einmal mehr blitzschnell und es war sehr interessant, ihn zu beobachten. Er arbeitet mit einer Hingabe, die wirklich einzigartig ist. Er organisierte auch, dass ein schmiedeisernes Tor montiert wird, denn diese Pumpe ist ja teuer und es könnte mal jemandem in den Sinn kommen, sie zu klauen – so wie sie auch die Batterie aus unserem alten Demo-Auto geklaut haben. Jetzt sieht es tatsächlich richtig hübsch aus und ich freue mich, dass ich diesen Batzen investiert habe.

Die nächste Verschönerung war dann das Einbauen von Türen. Bisher hatte ich mir behelfsweise mit Vorhängen eine Zwischenlösung gemacht. Vom Wohnzimmer zum Schlafzimmer hatte es einen Vorhang und vom Schlafzimmer in die Toilette ebenfalls. Nicht weiter tragisch wenn Peter und ich nur zu zweit sind aber es gibt ja auch immer Leute, die ins Wohnzimmer müssen: um etwas aus dem Kühlschrank zu holen, um das Frühstück vorzubereiten, um das Geschirr einzuräumen. Und in ganz seltenen Fällen haben wir auch Gäste. Durch die zwei Vorhänge war es aber so, dass man durchaus auch mal hören konnte, wenn jemand im WC Durchfall hatte, bzw. ich war manchmal auch etwas gehemmt wenn Gäste im Wohnzimmer waren und ich einfach mal musste. Zudem haben Peter und ich ja dermassen unterschiedliche Schlafmuster. Peter geht so ab 22.30 h ins Bett um seine vielen WhatsApp und E-Mails zu lesen und ich bleibe auch hier in Kenia meistens noch bis Mitternacht wenn nicht noch ein bisschen länger auf.

Wir holten also einen Fundi, der uns diese Türen einbaute. Da das Holz dermassen teuer ist haben wir uns für Glastüren mit Sichtschutz entschieden. Die Lieferung dauerte ziemlich lange und Peter musste ihnen „drohen“, dass Madame bald in die Schweiz zurückreisen würde und da sie bezahlt müsse das auch sofort gemacht werden. So kamen sie also noch mitten im Nachmittag angereist und begannen mit der Installation, die dann bis in die dunklen Abendstunden dauerte. Was für eine verbesserte Qualität das unserem Leben aber gab: am Morgen konnte ich in aller Ruhe weiterschlafen und Mohammed, der ja sooooo anständig ist, gestand mir auch, dass er immer zur Seite schauen musste, weil er ja nicht wollte, dass er in mein Schlafzimmer schaut. Da haben sie einen Heidenrespekt und nur Mbuche kommt überhaupt in unser Schlafzimmer. Das ist auch gut so. Und jetzt kann Peter am Morgen duschen, so lange er möchte (und er macht es ausgiebig) und ich habe dann auch meine Ruhe.

Wenn etwas installiert ist fragt man sich manchmal, weshalb man es nicht schon vorher gemacht hat… Das waren etwa CHF 300, die richtig gut eingesetzt wurden von meinem Privatbudget. Peter (nicht ich!!! ich dachte schon, das sei halt so) war übrigens noch entsetzt, dass der Fundi schwarze anstatt weisse Scharniere gewählt hatte – da sieht man mal, wie angepasst ich bin). John als Jungfrau und Buchhalter ist dann auch derjenige, der mir geholfen hat die Kästen neu einzuräumen. Mbuche kennt leider nur: waschen und „reinmosten“ und ich habe halt (Aszendent Jungfrau) auch mein System: eine Beige mit Hosen, eine mit Kleidern, eine mit Pyjamas etc. und diese Ordnung ist jedes Mal wenn ich wieder ankomme vollkommen zunderobsi.

Auch wenn wir durchaus noch Pläne haben zu bauen so fühlt es sich durch diese kleinen Verbesserungen viel besser an. Die einzige Verschlimmbesserung: nach dem Brand hat der Elektriker den allerbesten Durchlauferhitzer, den es überhaupt gibt, installiert. Also gemäss seiner Aussage. Ich habe aber sofort nach der Installation nach einem Schalter zum Regulieren der Hitze gesucht. Der ist aber nicht vorhanden. Also entweder zum Verbrennen heiss, oder dann schon fast wieder kühl. Man muss zuerst also mal Wasser verschwenden (was hier definitiv nicht im Übermass vorhanden ist) bevor man zu duschen beginnen kann. Wer sich so etwas ausgedacht sollte bestraft werden… Fürs tägliche Duschen ist es mir egal, denn für mich ist es eine schöne Abkühlung aber beim Haare waschen habe ich es schon lieber warm – zudem lässt sich auch das Shampoo besser entfernen.

Aber unter dem Strich ist jetzt vieles besser und sogar auf dem TV kann ich Netflix und Youtube schauen und so kann Peter seine heissgeliebte Tagesschau um 19.00 Uhr auch etwas retour drehen, wenn er den Anfang verpasst hat. Als nächstes wird das grässliche Sofa mit den Holzwürmern ersetzt mit zwei schönen Swahili Daybeds.

Was definitiv noch fehlt ist die Klo-Brille. Keine Ahnung, weshalb die immer kaputt gehen, aber der Sitz ist jetzt schon fast ein Balance-Akt und bei meiner nächsten Reise nach Mombasa muss das mit auf die Einkaufsliste – oder ich schaue mal bei Jumia nach, ob die auch Klobrillen verkaufen… Und sonst bringe ich dann eine stabile aus der Schweiz mit.

#smallchangegreateffect #embracechange

Los de Blog uf Schwitzertütsch

Hear the Blog in English

Mach keinen Mais

So 10 Tage vor Abreise fühlt es sich an, als ob ich mich noch richtig beeilen müsste mit Organisieren. Ich möchte noch so viel machen und erledigen. Zum Glück hat das College Semesterferien so fallen die täglichen Sorgen und Sörgeli nicht an und wir brauchen auch kein Material und es muss nicht täglich für 100 Leute gekocht werden. Aber rund um das Marere Community Center läuft extrem viel und leider gibt es einmal mehr auch keinen ruhigen Sonntag, wie einige von euch in den Sozialen Medien schon gesehen haben.

Das Thema Mais – und jetzt meine ich den wirklichen Mais – nicht den Lärm, den hier viele Leute schon beim normalen Sprechen veranstalten – spielt hier eine extrem grosse Rolle. Aus dem Mais gibt es ja bekanntlich irgendwann Ugali und Ugali (diese langweilige, salzlose Maispampe) ist nun Mal der absolute Favorit aller Kenianer:innen. Du kannst Kartoffeln in allen kreativen Varianten auftischen, du kannst einen feinen Basmati Reis machen mit zwei Farben oder sogar mit Kokosnuss aber sie werden immer fragen: wo ist mein Ugali? Also pflanzen hier alle Mais an, auch auf dem kleinsten Pflanzblätz, den man sich vorstellen kann. Peter ist in der glücklichen Lage, sehr viel Land in Marere zu besitzen. Er gab allen Angestellten auch einen Pflanzblätz für Mais. Das hat manchmal zu Diskussionen geführt, weil die Mitarbeitenden bei ihrem Mais waren anstatt die Arbeit zu machen. Einmal kam Mbuche ganz wütend zurück. Irgendein saufrecher Tubel hatte in „ihrem“ Maisfeld einfach Äste von Bäumen abgeschnitten (also quasi geklaut) und diese Äste fielen auf ihren Mais und haben einen Teil davon kaputt gemacht. Sie war wütend über den zerstörten Mais und ich über die abgeschnittenen Äste. Die Geste, ihnen etwas Land zu geben finde ich aber sehr nobel und sinnvoll.

Wenn Peter die Frauen zum Arbeiten aufs Tapet ruft, dann kommen sie in Scharen, manchmal kommen sogar zu viele. Ich habe immer wieder vollste Bewunderung für ihre Arbeit, ihren Durchhaltewillen und ihre Stärke. Und wort-stark sind sie ebenfalls. Gott, was für ein Geschnatter und Gegacker sie loslassen können – unglaublich! Da nützen nicht einmal mehr die Noise Cancelling Kopfhörer etwas. Und so ist es nicht nur eine Arbeit, die sie machen können für ein paar hundert Schilling am Tag sondern es ist auch etwas Soziales: sie können sich austauschen, zusammen gossipen und kriegen dann auch noch Tee und ein paar Mahamri. Also das mit dem Mais ist ein langwieriger Prozess und vor allem muss der Mais genau zur richtigen Zeit geerntet werden. Wir hatten schon bald Bedenken, dass es auch zu feucht sein könnte, denn momentan regnet es immer noch fast täglich, was vollkommen aussergewöhnlich ist. Aber so grün und so bepflanzt wie momentan habe ich diese ganze Gegend in den letzten 10 Jahren noch nie gesehen. Und überall wird an kleinen Ständen Mais gebraten und als Snack angeboten. Ich selber mag diese Maiskolben vom Grill auch sehr auch wenn ihr lernen musste, dass in dieser Zeit alle am herumfurzen sind, weil der „grüne“ Mais anscheinend CO2 Ausstösse bewirkt…

Also die Maiskolben müssen gepflückt werden und dann an einen möglichst trockenen Ort gebracht werden um zu trocknen. Wenn es regnet müssen sie zugedeckt werden, denn sonst können sie verfaulen. Das Feld muss dann wieder zurückgeschnitten werden, damit man allenfalls nochmals anpflanzen kann. Wenn die Kolben trocken sind, dann kann man sich glücklich schätzen, wenn man eine Maschine hat, die die Körner vom Kolben trennt, einen sogenannten Thresher. Peter hat überall rumgefragt und überall war irgendetwas kaputt bei denen, die eine solche Maschine haben. Aber irgendwann wurde dann so eine Maschine aufgefahren. Sie funktionierte zwar nicht einwandfrei aber man reparierte sie dann so, dass es einigermassen lief. Peter und ich hatten schon im Internet nach einer eigenen Maschine Ausschau gehalten. Sie ist gar nicht so teuer, aber wenn man sie nur einmal im Jahr braucht ist es vielleicht doch keine so gute Investition.

Jetzt mussten also alle Kolben in den Saal gebracht werden und dort wurden sie mit ohrenbetäubendem Lärm (habe ich erwähnt, dass es ein Sonntag war?) getrennt. Das ganze verursacht auch einen gewissen Staub und alle rundherum waren am Niessen und Mbuche musste wieder mit einer Maske arbeiten. Die Kolben wollten und wollten nicht fertig werden und so haben Peter, John und ein paar Mitarbeiter die Arbeit dann noch bis in die späten Abendstunden fertig gemacht. Dummerweise hatte man vergessen, die Frauen anzurufen, dass sie am nächsten Tag nicht mehr kommen müssen und es kamen doppelt so viele wie am Vortag. Aber Peter fand dann eine andere Beschäftigung für sie, denn wir sind ja auch dran, neue Klassenzimmer zu erstellen und dafür muss zuerst ein Graben ausgehoben werden.

Momentan sind die Maiskerne unter einer Decke versteckt und werden von unseren Hauskatzen bewacht, denn auch die Ratten haben Interesse an einer Vorstufe von Ugali. Das grösste Problem ist momentan, dass es täglich regnet und wir hoffen, dass die Kerne nach all dieser Arbeit nicht verrotten.

Der Mais wird dann in eine Mühle gebracht, verpackt in besonderen Säcken, die von Insekten oder sogar von Ratten nicht durchgefressen werden können. Dann ist alles bereit für weitere Ugali-Mahlzeiten. Mindestens ist momentan sehr schön zu sehen, dass es keine hungerleidenden Menschen hat in dieser Gegend. Wer Hunger hat, der war einfach zu bequem um den ganzen Prozess des Mais pflanzen und ernten zu machen und der muss dann halt auch auf sein heissgeliebtes Ugali verzichten. Ich selber bin froh, dass ich es mir leisten kann, im Supermarkt einen Sack Basmati Sunrice zu kaufen und abends zu geniessen.

Viel Mais um den Mais kann ich da nur noch sagen.

Hör dir den Blog hier auf Schweizerdeutsch an:

Listen to the Blog in English:

#vielmaisummais #ugaliinthemaking

Music was my first love & Shopping my second

Als mir die Schüler:innen Briefe geschrieben hatten, wie es ihnen am Marere College geht schrieb einer, dass es cool wäre, wenn wir eine Gitarre hätten, weil er spielen könne. Ich war auch noch zu Besuch an der Vonwald Schule in Kilifi – dort haben sie auch eine Musik-Abteilung – und war schon etwas “angefixed” auf das Thema Musik. Irgendwann möchte ich auch einen Chor haben, aber wenn wir nebst Sport auch Musik anbieten könnten an den Nachmittagen so wäre das sehr cool. Es sind Dinge von mir unterwegs mit einem Container, aber der will und will einfach nicht kommen und so entschied ich mich, jetzt endlich einmal “Jumia” auszuprobieren. Das ist quasi das Amazon von Kenia. Die liefern bis nach Kilifi und Enrico hatte für die Radiostation auch schon einiges darüber bestellt. Ich selber war noch unerfahren aber ihr kennt mich ja als absolute Shopping Queen und so habe ich meinen ersten Versuch gestartet. Zuerst habe ich aber noch meine FB Bubble gefragt, was für eine Gitarre ich kaufen soll, denn ich bin da ein ziemlicher Neuling. Einige meiner Freundinnen waren sogar so lieb, dass sie gleich bei Jumia online geschaut haben, was für ein Modell sie empfehlen könnten.

Und so habe ich meinen ersten Online-Shopping-Versuch in Kenia gestartet. Gleichzeitig habe ich auch noch eine Leimpistole bestellt, denn ich habe im Sinn, noch ein Deko-Projekt mit Toilettenrollen umzusetzen und ich dachte schon, dass ich bis im Dezember warten musss, bis ich eine aus der Schweiz mitbringen kann. Aber all das war verfügbar und ich machte meine erste Bestellung. Alles schien super zu funktionieren und nach ein paar wenigen Tagen erhielt ich die Nachricht, dass ich die Gitarren abholen könne. Ich war ganz gespannt und hatte eine Riesenvorfreude. Mit dem Fahrer ging ich also zur Pick-up Station. Dort haben wir alles ausgepackt und auch ausprobiert. Das ist hier sehr speziell – selbst wenn du einen Stecker kaufst dann schaust du zuerst, ob er auch wirklich funktioniert. Also nichts von wegen: dem kann man schon trauen.

Aber die Leute bei Jumia waren superfreundlich und ich bin sicher, sie haben mit mir eine neue Kundin. Bisher war ich ja jeweils schon fast auf Entzug, wenn ich mehrere Monate hier war und begann plötzlich, Dinge zu bestellen, weil ich wieder mal eine Shopping Erfahrung machen wollte. Das ging sogar den jungen Frauen so, die von der FHNW einen Monat lang hier waren. Ich muss dann jeweils plötzlich meine Nachbarin vorwarnen, dass ein paar Päckchen auf dem Weg sind.

Wir haben also die Ware – inklusive 2 schönen Gitarrenhüllen – nach Marere gebracht und sofort nahm der Assistent Peter die Gitarre in die Hände, stimmte sie und spielte ein paar Akkorde. Er hatte früher mit seinen Brüdern Musik gemacht. Er selber hat die Texte geschrieben und gesungen und seine Brüder haben Gitarre gespielt. Auch Elisha von der Kirche war da un wollte sofort spielen bzw. er forderte sofort, dass ich auch nich einen Gitarrenlehrer engagiere. Pole pole, langsam langsam, zuerst kommen mal die dran, die es schon können. Dazu gehört auch Peter, denn auch er hat früher mal Musik gemacht und sich auf der Gitarre begleitet. Aber er zuckte schon nach ein paar Schlägen zusammen, weil die Gitarre Stahlseiten hat. Ich informierte die Schwester des Gitarrenspielers und es ging keinen Tag bis er hierher kam (wir haben gerade Semesterferien). Ihr hättet seine Augen sehen sollen: er war so etwas von begeistert und er hat auch ein sichtliches Talent für Musik. Wir haben dann auch noch die 2 Trompeten, das Saxophon und die drei E-Pianos hervorgeholt und wir sahen sofort den Unterschied zwischen Talent und “Noisemakers”. Hast du schon mal versucht, in eine Trompete zu blasen – oder gar ein Saxophon zu spielen. Das ist eine echte Herausforderung. Da lob ich mir das Piano: was du drückst ist das was du kriegst…

Aber ich hatte einfach auch eine Riesenfreude zu sehen, wie sehr die Augen glänzten – solche Momente sind unbezahlbar und jeden Rappen wert, den ich hier investiert habe.

Jumia – du wirst noch von mir hören…

#Musicwasmyfirstlove #shoppingismysecondlove

Hier den Blog auf Schweizerdeutsch hören

Hear my blog in English