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Happy Birthday Honorable

Peter’s Geburtstag wird gebührend gefeiert – die Glückwünsche im Facebook kann er sich nur so ahnungsweise anschauen, denn der Empfang ist wieder schrecklich aber er freut sich über alles und leistet sich tatsächlich einen Ruhetag. Das Hotel überrascht ihn mit vielen Geschenken: ein liebevoll dekoriertes Bett, ein Kuchen der hübsch aussieht aber dem Namen Sandsturm alle Ehre macht sowie einem Happy Birthday Ständchen des Managers und der Crew und einem feinen gesponserten Nachtessen, das wir zum Glück auf der Terrasse geniessen können – in aller Ruhe und fast ohne Telefonanrufe.

In der Nacht gibt es dann einen unglaublichen Gewittersturm. Das Haus zittert und der Strom und damit auch das Internet verschwinden wieder stundenlang – ja bis zum Nachmittag des nächsten Tages. Irgendwie gehört es hier zum Alltag und ich denke, in den Ferien ist das auch gar nicht so schlimm – wenn du aber etwas zu organisieren hast, oder einigermassen geduscht und geföhnt daher kommen möchtest und mit der Welt gerne in Verbindung bist – ja da wird es schwierig… Nairobi wird mir immer sympathischer…

Ja bald ist auch mein Laptop Strom aus und daher genügt dieser Bericht für heute…

Bad Hair Day oder „kann es noch schlimmer kommen?“

Mein iPad (jetzt auf Kenia Zeit…) hat mich um 06.00 Uhr mit einem durchdringenden Piepser geweckt. Das war auch nötig, denn obwohl Peter alleine problemlos aufwacht – zusammen mit mir könnte er stundenlang weiterschlafen. Irgendwie schön, aber im Alltag nicht sehr nützlich…

Jetzt aber Schluss mit Romantik und hin zur brutalen Realität: Kein Wasser in der Toilettenspülung verheisst schon Schlechtes: kein Wasser im Spülkasten – kein Wasser aus irgendeinem Wasserhahn…Hilfe: ein Blick in den Spiegel: Bad Hair Day – oder vielleicht war es auch eine Bad Hair Night – aber definitiv!Ich dachte immer, ich hätte fadengerade Schnittlauchlocken! Woher kommen plötzlich diese ungewollten Wellen? Ahhhhrgg…. Zudem klebt es schon überall und mir steht eine Nacht im authentischen Kauma Hüttchen bevor… Der eher schleimige Hoteldirektor läuft uns über den Weg und wir fragen nach, wann es wieder Wasser geben wird…. wir sind „in a hurry“… Oh, was, kein Wasser? Er schaut gleich nach… in 10 Minuten… eine halbe Stunde später kriegt er Recht. Ich beeile mich und renne unter dem dünnen Wasserstrahl herum, mache extrem schnell, denn mit einem eingeschäumten Kopf würde der Tag auch nicht besser… es klappt. Ich nehme wieder meinen geliebten iPad um die Haare zu trocknen mit dem neuen Superspeed, 3 Variety kenianischen Haartrockner, den ich mir geleistet habe. Den iPad benütze ich mit der umgekehrten Kamera als Spiegel, weil auch in diesem Hotel die Stecker nicht dort sind, wo sich die Spiegel befinden… Funktioniert einwandfrei – wenn denn auch die Elektrizität funktionieren würde… aus, dunkel, kein Haaretrocknen und es sieht auch nicht danach aus, als dass sich das noch ändern würde… Na ja, dann werden die Blickreporter halt mein von der Hitze aufgedunsenes Gesicht mit ungeföhnten Haaren in der ganzen Schweiz verbreiten – was soll’s – so sehe ich hier nun mal aus… Die Reporter kommen dann auch pünktlich mit dem Privatjet von den Funzi Keys and und wir treffen uns alle vor dem Supermarkt Tusky’s, wo Marlene, die Reporterin nur noch schnell ein paar Süssigkeiten für die Kinder in den Dörfern kaufen möchte. Allerdings hat sie kein Cash und so fahren wir zuerst zur Bank, danach wieder retour zu Tuskys der aber erst um 09.00 Uhr öffnet… (2. Holiday-Tag). Mittlerweile sind alle zusammengekommen, die mit nach Jaribuni fahren möchten – viel zu viele für 2 Autos. Aber da ja inzwischen das Kenianische Ärzteteam eingetroffen ist, das sich um 2 Tage geirrt hat und jetzt früher hier ist als geplant wird sich die kenianische Journalistin um das Ärzte-Team kümmern… Irgendwie sind wir dann auch mal in Marere angelangt, wo die Journalisten das Gemeindezentrum, das Peter baut filmen und dokumentieren. Danach geht’s zum Check-up für die Homecoming Party in die Secondary School, wo leider immer noch die Zelte fehlen, die aufgestellt werden müssen. Aber Peter konnte irgendwo 20 Stück organisieren, nachdem etwa 3 Zusagen wieder abgesagt haben und diese jetzt in Mombasa geholt werden müssen mit einem Lastwagen. Leider nicht mit unserem Pick-up, den hat ein Schweizer Freund von Peter ziemlich demoliert… Dafür ist alles,was mit Security zu tun hat anwesend und inspiziert für den nächsten Tag. Endlich fahren wir dann zum Kaya Kauma, den Peter wieder herstellen lassen hat und der auch ein Unesco Weltkulturerbe ist. Da ja Peter zum Mijikenda Leader (Anführer der 9 Küstenstämme) gewählt wurde und jetzt für die Kultur mit der Wiederherstellung viel Gutes getan hat wird er hier entsprechend gefeiert. Aus dem Hon. MP Peter Shehe wird der Häuptling der Mijikenda mit Federschmuck, Schild und allerlei Schickschnack… Und auch für mich ist eine Kluft bereit, ich bin in der Hierarchie aufgestiegen und kriege ein rotes Röckchen anstatt ein weisses, was für meine weissen Beinen nur vorteilhaft sein kann. Es gibt dann unendlich lange Rituale und auch die Blick-Crew muss dran glauben udn wird eingekleidet damit sie in die Heilige Stätte rein dürfen. Sieht echt witzig aus, diese Weissen in den traditionelllen Kleidern – etwa wie eine Japanerin oder ein Kenianer im Dirndl und Lederhose! Die Freunde aus Maison Müge Erica und Heiri kommen auch noch und werden eingekleidet. Und dann geht es nach langem Stehen in der Sonne in die heilige Stätte. Es ist erst 15.00 Uhr und ich frage mich jetzt schon, wie das weitergehen soll die ganze Nacht. Das heisst, das Programm ist mir schon bekannt aber ob ich das durchstehen werde. Zudem stört mich meine Wunde am Bein – ich hoffe einfach, dass ich um die Tänze herumkomme. Peter ist total in Beschlag genommen und ist für alle nicht zu erreichen – er tagt mit den „Elders, den Stammesältesten“. So langsam aber sicher kommt bei mir Langeweile auf, Fotografieren ist nämlich in der Heiligen Stätte auch verboten und da kommt plötzlich  ein flutartiger Regen, der sich für mich noch als Segen herausstellen soll. Das „Haus“ (Strohhütte) von Peter ist noch nicht fertiggestellt und dort sind die Ältesten (Männer) drin und so werde ich in eine andere Strohhütte geführt und sitze Backe an Backe mit Einheimischen, die ihren Dialekt sprechen und vor sich hin dampfen. Ein bisschen bekannt ist mir noch eine Nichte von Peter, die sich um mich kümmern muss… Ich sitze also auf meinem geflochtenen Mätteli, mein Bein tut mir weh und durch die Strohdecke regnet es fast so, wie wenn ich draussen sitzen würde und die Hitze verwandelt den Ort in eine Art Schwitzhütte. Mein Regenschutz ist natürlich in der Tasche, die noch etwa 2 km entfernt im Auto ist und keine Befreiung in Sicht! Es ist möglich, dass sich Entführte ähnlich fühlen und so weiss ich auch nicht mehr ganz genau, ob es jetzt Regentropfen oder Tränen sind, die über mein Gesicht rinnen… Aber eins weiss ich ganz genau: hier verbringe ich keine Nacht – unter keinen Umständen… Peter wird dann informiert, dass Barbara „not amused“ sei und er eilt herbei. Mein Bein mit der Wunde stösst auf grosses Verständnis und Peter akzeptiert, dass ich die Nacht lieber in Kilifi verbringen möchte als hier mitten im schlammigen Hüttchen – zumal sein Häuschen noch schlimmer ist,da die Strohbedeckung noch gar nicht fertig gestellt ist… Da der Fahrer auch gerne wieder zurück will werde ich noch bis zum Eingang begleitet – so schnell war ich wohl noch nie oben, obwohl jetzt wieder die heisse Sonne runterbrennt… Oben hat der Fahrer schon das Auto  gestartet – es ist wie eine Szene aus einem Gefängnis-Ausbrech-Film! Ich könnte ihn umarmen… sicher und schnell fährt er mich nach Kilifi und wir haben so ein paar Diskussionen, wie sich ein „City-Girl“ wohl in einer solchen Umgebung wohlfühlen kann. Er zeigt sehr viel Verständnis für mich und findet die Strapazen auch etwas übertrieben.  Aber machmal ist es ja auch einfach gut zu wissen, was man nicht will. Und ich will definitiv keine Strohhütten-Frau werden und freunde mich immer mehr mit dem Gedanken an, eine Nairobi-Woman zu werden… Mit diesen Gedanken werden ich mit Gejohle im Hotel empfangen – ich habe die Giriama Kleidung anbehalten, was die an der Reception natürlich sichtlich erheitert… An meinen Füssen hängen Klumpen des roten Lehms und die – jetzt funktionierende – Dusche ist wie ein riesengrosses Geschenk. Warme Dusche und Licht im Badezimmer: ich fühle mich himmlisch. Triefend nass greife ich nach dem Badetuch… nur leider hängt da heute keins…. Let’s just call it a day! Friday the 13th – aber ich bin ja nicht abergläubig…

Dezember – Unabhängigkeit

Durch die kurze Internet-Connection am Flughafen Mombasa habe ich mit der Zeit selber getrickst: Ich wache auf und sehe 07:47 – zähle schnell die 2 Stunden dazu und weil ich keinesfalls das Frühstück verpassen wollte und bin ich wie eine Kerze aufgestanden, da ich dachte es sei schon 10.00 Uhr… bereit, geduscht und den ersten Haartrockner umgebracht (er hatte in der Migros auch nur CHF 1.—gekostet…) stehe ich bereit und merke, dass es doch erst 08.30 h ist – auch gut, dann ist nicht schon der halbe Tag vorbei!

Frühstück mit Peter und dem Hotelmanager, der schon sehr nervös ist, weil er am nächsten Tag Bankette mit 600 Personen erwartet und natürlich die Angestellten dafür nicht hat!  Da wäre ich allerdings auch nervös, denn das wenigste im Hotel klappt, selbst wenn nur die Hälfte der Zimmer belegt ist – aber irgendwie werden sie es schaukeln. Das erstaunt mich immer wieder hier in Kenia. Wenn ich längst sagen würde: ach lassen wir es doch, dann ziehen die es durch und es gelingt dann wirklich irgendwie!

Meine Kleider und aller andere Kram sind leider noch nicht angekommen (Irgendwie höre ich noch die Stimme meines Kindappers: um 10.00 Uhr spätestens hast du die…) und ich schwitze und tropfe vor mich hin. Es ist so heiss und ich habe nur meine schwarze Hose und mein T-Shirt mit Ärmeln dabei. Irgendwie mag mich dieses Klima nicht besoners: alles ist aufgeschwollen: Augen, Füsse und auch meine Operationswunde am Bein macht mir keine Freude. Mal sehen, wie ich die für meine Tänze mit den Mijikenda für die nächsten 2 Tage abdecken kann… Denn es wurde mir schon angekündigt: dieses Mal kriege ich ein rotes Röckchen, denn ich bin in der Hierarchie schon aufgestiegen…

Ach ja: morgen 12. Dezember ist der Unabhängigkeitstag von Kenia. 50 Jahre ohne Engländer…. na ja – ich weiss noch nicht richtig, was ich davon halten soll. Meine Ausbildung am Zentrum für Afrikastudien hilft mir zwar, Afrika besser zu verstehen – aber ich muss mir meine eigene Meinung bilden…

Peter’s Personal Assistant Baraka leiht mir seinen Computer (d.h. es ist der, den ich Peter geschenkt habe…) aus zusammen mit dem Safaricom Modem und ich bin glücklich. Wirklich – es ist so: ich brauche Kommunikation um glücklich sein und das bedeutet: ich brauche einen Internet Zugang! Jetzt seid nicht so schockiert! Nicht NUR einen Internet Zugang aber der ist ganz oben auf der Prioritätenliste. Und hätte ich keinen, ihr hättest das gar nicht lesen können!

Die Kaffeemaschine funktioniert!

Jetzt aber die Kaffeemaschine ausprobieren, die Mamush Peter zum Geburtstag/Weihnacht geschenkt hat und die jetzt schon ein paar Monate in Kenia war – unserem Bauführer Hanspeter Luchsinger sei Dank! Zum Glück hatte ich einen Reiseadapter dabei – für die unsinnigen Dreipol-Stecker gibt es ja in fast keinem Land eine Lösung! Und siehe da: es funktionierte! Aus der JURA Maschine floss das Lebenselexier für Peter – meinen Cappuccino werde ich dann später mal noch ausprobieren!

Peter ging dann auf seine Mission und ich beschäftigte mich mit der gut schweizerischen Mängelliste und die war laaaang! Das Gebäude wurde von Chinesen erstellt und so sind auch ganz nützliche chiniesische Schriftzeichen auf dem Heisswasserboiler. Ja auf Chinesisch kann ich nicht einmal „on“ oder „off“ unterscheiden! Fast alle Wasserhahnen (oder heisst es Wasserhähne?) tropfen oder funktionieren nicht, 2 Lavabos sind schon zerbrochen und überall natürlich Farbkleckser und noch Betonspritzer aber die kommen schon gar nicht auf die Liste…. Aussen fix – innen nix! Goldene Leuchter und Armaturen, wahnsinns Rainshower Duschköpfe aber eben: die Verarbeitung lausig.Ich muss mal Fio fragen, ob das in China auch so ist. Noch erwähnt sei der WC-Rollenhalter HINTER dem WC! Flexibel muss man sein – gehört wohl zu den zukünftigen Dehnübungen am Morgen! Wobei ich noch erwähnen muss, dass es nebst dem Masterbedroom mit Bad noch 3 Gästezimmer mit eigener Dusche/WC und einem Besucher-WC sowie einem separaten Eingang für die Bediensteten gibt. Also gar nichts zu beklagen und Ausweichmöglichkeiten en masse…

Ok, Peter hatte ja gesagt, ich sei seine Gekidnappte, dass es dann aber bis 16.00 Uhr auch weder Brot noch Wasser noch Peter geben würde war schon eher ein Fall für Amnesty International! Da musste halt eine mitgebrachte Schweizer Schoggi dran glauben als Frühstück/Lunch und ich war ja beschäftigt genug mit Listen erstellen – Mängelliste, To-Do-Liste, Tagesablaufliste, Wohnungseinkaufsliste… Irgendwie muss da mein Fast-Jungfrau-Aszendent durchdrücken mit meinem Organisationstalent… Wundert ihr euch noch, dass es auch für Peter eine Checkliste gab beim ersten Rendez-vous?

Mir wurde dann aber endlich „Mission accomplished“ gesagt und so waren wir schon wieder auf dem Weg zum Flughafen – natürlich durch den absolut verrückten Verkehr von Nairobi, an den ich mich wohl nie gewöhnen würde… Monday ist aber superversiert und so schafften wir es fast pünktlich zum Flughafen. Peter überzeugte die Dame beim Ticketverkauf dann auch, dass sie uns noch mitnehmen müsse auch wenn der Flug eigentlich schon „geschlossen“ sei, denn einen Honorable kann man ja nicht stehen lassen zumal er ja nicht für den Verkehr in Nairobi verantwortlich ist (nur für den in Ganze…) etc. etc. Sie willigte dann ein, das sie uns für den Flug, der in 10 Minuten fliegen würde akzeptiert als Peter an seine Hosentasche griff und merkte, dass er sein Portemonnaie in der neuen Wohnung lag, die geschäfzte 3 Stunden im Feierabendverkehr auf der neu gekauften Matratze lag! Keine ID dabei – gar nichts. Aber irgendwie konnte er sich dann auch da noch rausreden und wir erhielten 2 Plätze auf dem Flug, der eine halbe Stunde später flog… Zum Glück noch etwas verspätet, was mir noch die Gelegenheit gab in der VIP Lounge eine kurze Nachricht im Facebook abzusetzen, dass ich schon nach 24 Stunden in Kenia ziemlich viel zu erzählen hätte. Zuviel versprochen?

In Mombasa werden wir von Malengo – dem Verwandten und Driver in der Mombasa Gegend –  im anderen neuen Auto abgeholt –  ich kenne die Marke nicht aber was umwerfend komisch ist: Das Navigationsgerät ist vollkommen in Chinesisch und die Begrüssung und die Stimme, die alles angibt auch. Die Frage ist: wie schaltet man so ein Ding retour auf Englisch, wenn man nicht einmal weiss, welchen Button drücken? Und hier geht es nicht nur um On und Off! Mit dabei ist eine Irene aus Holland – ihren Erzählungen nach die Freundin von Malengo, die hier mit ihm ein Leben aufbauen will. Interessant – ich dachte immer, wenn er am Telefon mit einer Frau turtelte war diese in England – aber da mische ich mich lieber nicht ein… Wir machen Halt in Mtwapa und essen ein echt fantastisches Chicken vom Grill mit meinem heissgeliebten Kachumbari und meinem Lieblings-Softdrink mit Ingwer: Stoney. Schon klar, das erste Essen in „Freiheit“ schmeckt immer gut! Peter wird von einem Cousin belagert mit Business Ideen zu Sisal und Wassermelonen. Fondo heisst er und ich werde mir den Namen merken weil er à fonds perdu gesprochen hat und sich nicht einmal darum gekümmert hat, ob das jetzt anständig sei oder nicht…

Die Hotelsuche in Kilifi hat sich ganz schwierig herausgestellt und ich bin gar nicht böse, dass „nur“ das Bofa Beach Resort übrig bleibt. Hier fühle ich mich bereits zuhause, es ist bezahlbar und ich weiss schon wie alles läuft, kriege Sonderwünsche bewilligt und habe mich auch schon an den Dauerlärm und die Dauerberieselung durch irgendwelche TV Sendungen und Bässe aus den Lautsprechern gewöhnt. Allerdings ist unser Studio schon besetzt und wir müssen mit einem Zelt (ähnlich wie auf den Safaris) vorlieb nehmen. Aber immerhin: Dusche/WC, Fan – alles vorhanden!

Karibu – welcome home First Lady – die Begrüssung klingt gar nicht so übel und wenn ich in den Himmel blicke und die Abermillionen Sterne sehe muss ich eingestehen: ja vielleicht bin ich hier sogar wirklich schon ein bisschen „home“…

Zwischenstopps

Kilimanjaro ist ein relativ kurzer Aufenthalt – ein bisschen frische Luft schnappen am hinteren Ausgang. Die Flight Attendants stehen dort wie wenn jemand ausbüxen möchte – fast wie Bodyguards.. Es steigen viele aus mit Bergsteiger Equipment um ihren Midlife Crisis Traum erreichen zu können, den schwierigen Kili zu erklimmen. Anscheinend ist er nicht unbedingt bergsteigerisch schwierig (sicher nicht für Urs, den Chef der Bildung & Entwicklung bei Raiffeisen- für den wäre das ein Spaziergang) aber was die Höhe anbelangt… da werden auch nicht alle Angaben gemacht über die, die im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke bleiben…

Hinter mir regt sich der notorische Schweizer Motzer auf: ein ewiger Aufenthalt für die paar Leute…. früher flogen sie noch Mombasa direkt an, ich kann gar nicht verstehen, warum das nicht mehr so ist, motz motz motz…. Die werden ihre Freude an ihm haben in Kenia… warum sind hier alle so spät? Warum wird nicht gehalten, was versprochen wurde? Warum ist es so heiss? grins grins grins

Kurz vor dem Aussteigen kremple ich meine Ärmel nach hinten und die Frau vor mir sagt (jetzt schon vollkommen in „Eingeborenen-Kluft“, d.h. mit gebatikter Kleidung: Hosen und Oberteil im selben Druck….sonnengegerbter Haut und allerlei Geklimmper an den Handgelenken): „Das können Sie gleich ausziehen: nach hinten rollen nützt nichts!!!“ Ich denke „danke – ich dich auch…“ und lächle…

Marlene vom Blick ist ganz aufgeregt, weil sie die Zollformalitäten für die ganze Girl-Truppe ausfüllen muss. Ich vergesse es auch immer wieder: 1 Formular aus dem Flugzeug + noch eins fürs Visum braucht es und das Visum kostet 40 Euro oder 70 Schweizer Franken. Vor mir in der Schlange steht einer, der mich kennt, weil er Peter’s Kinder in der Schweiz kennt und Peter mal aus dem Busch geholt hat nachdem er während des Wahlkampfs (heute verstehe ich auch dieses Wort besser) wieder mal einen Platten nach dem anderen hatte…

Die Koffer rollen schon gut sichtbar an, Zoll ist null Problem und hier steht er dann wieder: mein Traummann, mein Peter! Nicht extrem übermüdet mit immer noch demselben grossen Smile auf dem Gesicht und ich spüre seine unbändige Freude, dass ich hier bin. Er lässt sich sogar zu sonst in Kenia in der Öffentlichkeit nicht besonders gerne gesehen Zärtlichkeiten hinreissen!

Dann gibt es grad die erste Fotosession mit den sexy Blick-Girls, die auf die Funzi-Keys fliegen – eine Insel im Süden von Kenia – für die Auswahl der Nummer 1 für 2013!

Peter eröffnet mir dann, dass wir sofort nach Nairobi fahren – mit meinem Auto! Er würde mich jetzt einfach kidnappen, denn er hätte noch viel zu tun und zu organisieren (sprich Geld zu beschaffen… ) und Spesen abzuholen für die geplanten Festivitäten und er wolle mich keinesfalls in einem Hotel in Mombasa oder Kilifi deponieren.. Nett gemeint… Ich hätte es auch ausgehalten…

Also fahren wir mit dem Driver Monday und dem Bodyguard Nelson in“ meinem“ neuen Toyota Landcruiser los. Ein echt geiles Gefährt mit extremer Schubkraft und superkomfortabel. Mit einem kurzen Stopp für einen grauenhaft nach ichsagjetztnichtwas schmeckendem Tee mit Mlch und meinen geliebten Mahamris zum Frühstück verläuft die Reise dank Monday recht unspektakulär was den Verkehr anbelangt, denn die Überholmanöver mit den Tausenden von Lastwagen sind eine Qual. Dafür kompensiert aber wieder die Landschaft und natürlich der lebhafte Update mit Peter…

In Nairobi angekommen gehen wir zuerst in den nahe gelegenen Nakumatt in einem Shoppingcenter grad um die Ecke… Nach all den Bildern, die ich vom Westgate Massaker gesehen habe ist das Gefühl mehr als mulmig… Ich kann mir nur entfernt vorstellen wie es wäre, wenn da plötzlich losgeballert würde – ganz schrecklich. Aber ich bin zum Glück mit Driver und Bodyguard unterwegs und die helfen mir die 7 Sachen zusammenzukaufen, die es für eine Nacht in einem absolut leerstehenden Haus braucht. Was würdest du zuerst kaufen? Bei uns waren es auf jeden Fall Matratze und Vorhänge…. aber eben diese Vorhänge haben den Aufenthalt im Center erheblich verlängert: Es war ein Paket mit einer Beschreibung der Länge und Breite des Materials (Vorhang, Futter, Band) drauf mit einem Preis, der dann einen 15% Discount hatte…und KEINEN Code! Alles wurde versucht, alle wurden mobilisiert, etwa drei gingen nacheinander in die Abteilung mit den Vorhängen und kamen lange nicht mehr retour. Zuletzt standen sie zu viert um die Kasse und: Halleljulah haben es geschafft! Welcome to Kenya!

Nebst der Gepäckwaage – ich wusste doch, dass sie irgendwo war packe ich ein paar Sachen aus.

Mit dem Schweizer Duvet und den Schweizer Kissen und der schweizerisch – kenianischen Powerverbindung wurde die erste Nacht in unserer Wohnung unbeschreiblich perfekt!

Flying Swiss

ok, ich habe 30 Jahre im Tourismus gearbeitet und ich habe schon gefühlte Millionen Mal meine Koffer gepackt – aber es ist immer wieder eine neue Herausforderung. Warum habe ich nicht vorher versucht, ein bisschen Extragepäck auszuhandeln… zu spät: minutengenau stehen meine beiden Safari-Koffer draussen um mit mir zusammen abgeholt zu werden von Stanko, der sich freiwillig dazu bereit erklärt hat mit an den Bahnhof Romanshorn zu fahren damit ich nicht umsteigen muss…

Dummerweise finde ich meine Gepäckwaage nicht mehr aber ich glaube es ist ok… sie sind beide etwa 23 kg…  Auf der Fahrt zum Flughafen begegnen mir sehr viele schräge Vögel… Unter anderen die 2 enormen Zwillinge neben mir  sie lassen sich alle FB Einträge laut vorlesen “Hanspeter gefällt die Foto von Julia”, “Susanne hat ein Bild heraufgeladen”…. und das alles über den Lautsprecher weil sie fast blind sind… die beiden sind wirklich enorm und kaum fährt der Zug los packen sie je ein 100g Aufschnittpaket aus und vertilgen es in grossen “Biigeli” von Hand… es sieht gruusig aus. Dann geht einer in den Bistrowagen und holt mehr “Material”. je 1 Riesenmuffin, je 1 riesige Zimtschnitte, je 1 ganze Toblerone, je 1 Eistee – ich muss wegschauen sonst wird mir schlecht… aber noch schlechter wird mir, weil ich vor dem geistigen Auge merke, wo ich meinen Pass liegen gelassen habe zuhause… das rote Pass-Etui hat mich voll reingelegt… aber es ist halt nur das Etui… Notfallpass CHF 150 gültig für 1 Reise oder Colombe anrufen? Ich entscheide mich für zweiteres… eine gute Entscheidung, denn so können wir uns noch am Flughafen verabschieden. Mamush und Max sind natürlich schön pünktlich und holen mich bereit mit Wägeli ab. Gemeinsamer zNacht am Flughafen – natürlich noch eine “alte Bekannte” von Kuoni getroffen – das macht immer Freude. Beim Einchecken natürlich die grosse Peinlichkeit: nein, sorry, Sie müssen mindestens noch 3 Kilo rausnehmen…. ok, alles ist so kompakt, da fliegt wenigstens auch nichts Peinliches raus. Ein paar Kilo Schoggi und 2 Paar Schuhe kommen ins Handgepäck…

Keine grosse Abschieds-Szene – ihr wisst, ich hasse das – dafür bin ich viel zu emotional…. fort, weg ich bin sooo happy bald bei meinem Peter zu sein…

Ich kenne viele Leute auf dem Edelweissair- Flug, die beiden Schweizer, die in Kilifi ein Gästehaus haben www.kenyaferien.com, die Schweizerin aus Heiden, die zu ihrem Politiker geht und natürlich die ganze Blick-Crew, die mit 3 Blick-Girls nach Funzi Keys fährt und auch noch einen Bericht über Peter machen will… Gute Nacht! 2 Filme reingezogen, gut gegessen, ziemlich ignoriert worden von der Crew aber was solls… ich reise halt “noch” nicht mit einer bekannten Person…