Ich bin doch nicht in einer anderen Welt – ich lebe in meiner!

Was, du bisch scho wieder zrugg, ich han gmeint du bliibsch
bis im März, häsches guet gha?

Solche und ähnliche Fragen haben mich dazu bewegt einen
offiziellen „Abmeldeblogeintrag“ zu machen. Viele meiner Freund:innen können
gar nicht nachvollziehen, dass ich von einem Tag zum anderen den Schalter
umlegen kann und dann auch schon in der Schweiz wieder Termine habe kaum bin
ich zurückgekommen.

Das hat zwei Haupt-Hintergründe: der eine ist, dass ich über 40
Jahre meines Lebens in zwei Welten gelebt habe. Im Product Management, als ich
die Hälfte des Jahres in „fremden Betten“ verbracht habe und dauernd zwischen
Kulturen, Klimabegebenheiten, Zeitzonen etc. hin und hergewechselt habe. Auch
als ich in England, Paris und San Diego gelebt habe war ich immer zwischen zwei
Welten und ich habe mir angeeignet, am liebsten „The best of both worlds“ zu
nehmen. Jetzt pendle ich schon seit 10 Jahren zwischen Kenia und der Schweiz.
Würde ich mich jedes Mal in Kenia und in der Schweiz eine Woche akklimatisieren
müssen, dann würde ich pro Jahr glatt bis zu einem Monat „verlieren“. Mir ist
bewusst, dass auch Reflexion, Zeit für mich selbst etc. wichtig ist, aber das
ist es ohnehin täglich im Leben. Der Blog hilft mir übrigens auch sehr, mein
Leben und das Geschehene zu reflektieren: ich erlebe es, ich schreibe es und
gleichzeitig kann ich das, was passiert ist damit verarbeiten. Blog schreiben
ist also quasi auch therapeutisch. Zudem passiert in meinem Leben so viel – ich
würde schlicht vergessen, was ich alles erlebt habe wenn ich nicht bloggen
würde. Vor allem in Kenia aber ehrlich gesagt auch in Rorschach.

Der zweite Grund ist das „Leben im Jetzt“ – vielleicht ist
es zeitgleich mit dem Leben des Buches „Jetzt – Die Kraft der Gegenwart“ von Eckhart Tolle noch bewusster geworden und ich versuche seit vielen Jahren im Hier und Jetzt zu leben. Das
Vergangene kannst du nicht mehr verändern und was die Zukunft anbelangt
bestimmst du auch im Jetzt. Daher versuche ich täglich, im jetzigen Moment zu leben
ohne mich über gehabte Fehler aufzuregen und vor allem ohne mir Sorgen über die
Zukunft zu machen. Gelingt es mir immer? Nicht immer – aber häufig. An der
Fasnacht habe ich einen guten Spruch gehört: ich überlege mir nicht, ob das
Glas halbvoll oder halb leer ist: ich trinke es aus!

Also macht euch keine Sorgen: ich bin super gereist, prima
angekommen und hier wieder voll in meinem Leben, das aus Seminaren, Netzwerken, viel Kultur, Fitness und Singen besteht. Ich geniesse und schätze alle
Annehmlichkeiten der westlichen Welt wie ständig fliessendes Wasser in allen
Wärmestufen, stabiles Internet, wunderbare Freund:innen, kühle Winde, den neuen Gotti-Hund, die Sicht
auf den See und einfach alles, was mein Leben ausmacht. Und dass jetzt gerade LaLeLu in den Bären Häggenschwil kamen, dass Manon eine tolle Ausstellung im Fotomuseum Winterthur hat, dass eine Freundin einen coolen Workshop zum Thema Sex & Drugs & Rock’n’Roll veranstaltet hat, dass wir mit den sinGALLinas die März und Mai Konzerte live proben können, dass ich eine Freundin endlich mal singen hören durfte und dass Pat Burgener im Presswerk gespielt hat und auch noch seinen Freund Marius Bear für einen Song begrüsst hat: ach das ist für mich das ganz normale Leben und ich liebe es!

Ich bin dieses Mal nur 2 Monate in Kenia geblieben, weil ich
gerne auf die Wahlen – die sind am 9. August – nochmals hinfliegen möchte, denn das muss ich
natürlich „live“ erleben und auch das Wahlbüro dort unten einrichten. Das ist
auch der Grund weshalb Peter dieses Jahr nicht in der Schweiz kommt. Er ist so
busy, dass er nicht einmal für mich Zeit hat wenn ich unten bin.

Ab nächster Woche beginne ich einen temporären Job bei den Bodensee-Nachrichten in der Redaktion in Rorschach – da werde ich meiner Schreib- und Gestaltungslust vollen Lauf lassen können.

Es wird ganz bestimmt ein spannendes Jahr – darauf könnt ihr
euch bereits zusammen mit mir einstellen. Und falls ein bisschen Zeit übrig bleibt: ab und zu blogge ich dann auch
aus der Schweiz. Zusammen mit 2 anderen Frauen haben wir ja letztes Jahr die
Plattform „Ageperts“ – so quasi Expertinnen fürs Alter – gegründet. Dort könnt
ihr den Newsletter abonnieren und erhält monatlich die neusten Beiträge. Der
letzte über die Fasnacht und die St. Galler Födlebürger:innen dürfte dich auch
interessieren. Zu finden auf www.ageperts.ch
– bis bald.

Wir lesen uns!